Becoming Kim

„Becoming Kim“ ist eine kleine, sehr intime Dokumentation. Ein Film, den die Künstlerin Susanne Kim begann, als ihr aus Südkorea stammender Mann sagte, dass er in seiner Heimat einen Imbiss eröffnen würde. Sie erklärte, dass sie dann einen Dokumentarfilm über ihre Familie machen würde. Wieso ihr Mann sein Heil in Südkorea suchte? Er erklärt im Film, dass er gerne die ganze Zeit in Deutschland wäre, aber eine Zukunft als kleiner Angestellter in einem mies bezahlten Job, mit dem man nur gerade so über die Runden kommt, erschien ihm nicht der Weg.

 

Über den Film

Originaltitel

비커밍 킴

Deutscher Titel

Becoming Kim

Produktionsland

DEU, KOR

Filmdauer

90 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Holm Taddiken, 강사라, 오희정

Regisseur

Susanne Kim

Verleih

eksystent Filmverleih

Starttermin

24.08.2026

 

Seit mehr als einem Jahrzehnt sind Susanne und Jeong Rae Kim verheiratet. Sie wurden Eltern, die Tochter Hannah wurde älter, aber das Leben nicht leichter. Eben auch und gerade, weil sie oft voneinander getrennt sind. Auch nach der langen Zeit gibt es noch Unterschiede. Sie kristallisieren sich besonders heraus, als Susanne in Korea ist und sich nicht mit der Mutter ihres Mannes unterhalten kann, weil diese weder Deutsch noch Englisch und Susanne kein Koreanisch spricht. Sie bittet ihren Mann, eine Frage zu übersetzen: Wie in ihrer Generation die Leute es geschafft haben, eine Ehe zum funktionieren zu bringen. Jeong Rae Kim sagt, das sei eine dumme Frage. Keiner in Korea würde sie so stellen. 

 

Das ist eines der Beispiele für die kulturellen Unterschiede, die aufeinanderprallen, wenn ein Paar sich findet, aber aus sehr unterschiedlichen Ländern ist. Ein Problem ist, dass sie nie ganz zusammen sein können. Er fühlt sich in Deutschland nicht wohl, weil er schief angesehen wird und die Sprache nicht spricht, Susanne wiederum sieht keine Zukunft in Korea. Auch ihre gemeinsame Tochter Hannah möchte nicht in Korea leben, weil sie sich dort unwohl fühlt. Und so verstehen alle die Gründe des anderen, aber ein jeder von ihnen wird im Lauf der Zeit einsamer.

 

„Becoming Kim“ findet in diesem Zwiespalt statt, der keine befriedigende Lösung haben kann, weil immer jemand zurückstecken müsste, wenn der Wunsch des anderen erfüllt wird. Das akzentuiert Susanne Kim sehr schön in ihren Monologen, aber auch in den poetischen Performances, die mit Träumen und ähnlichem zu tun haben. Sie verleihen der kleinen Dokumentation etwas sehr Verspieltes. 

 

Der Film ist einerseits ein sehr persönliches Porträt einer Familie, andererseits aber auch universell gültig für jedes Paar, das aus unterschiedlichen Kulturen kommt. „Becoming Kim“ ist damit auch ein Blick darauf, welche Herausforderungen eine Liebe meistern muss, wenn das Happyend nicht garantiert ist. 

 

Peter Osteried

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