Coyote vs. ACME

Was lange währt, wird endlich gut. Im Jahr 2023 trug es sich zu, dass Warner Bros. Discovery bekannt gab, dass drei Filme aus Steuerabschreibungsgründen nicht in die Kinos gebracht würden. Ja, nicht einmal ausgewertet werden würden. „Batgirl“ und „Scoob! Holiday Haunt“ waren die ersten, dann erwischte es auch „Coyote vs. Acme“. Anders als bei den ersten zwei wurden von diesem die weltweiten Verwertungsrechte an Ketchup Entertainment verkauft, so dass der Film doch noch in die Kinos kommt. Und man muss sagen: Warner hat einen Fehler gemacht, der Film hätte mit der richtigen Werbekampagne ein ganz großer Hit werden können. 

 

Über den Film

Originaltitel

Coyote vs. Acme

Deutscher Titel

Coyote vs. ACME

Produktionsland

USA

Filmdauer

101 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Christopher DeFaria, James Gunn

Regisseur

Dave Green

Verleih

capelight pictures OHG

Starttermin

17.09.2026

 

Wile E. Coyote jagt seit Jahren den Road Runner und benutzt dabei Maschinen der Firma ACME, die aber nie funktionieren und sich immer gegen ihn selbst wenden. Als er von einem Anwalt hört, der Cartoon-Fälle übernimmt, wendet er sich an ihn. Er will ACME verklagen. Der Anwalt will sich am liebsten mit einem Vergleich abspeisen lassen, aber Coyote lässt das gar nicht zu, ebenso die junge Helferin des Anwalts. Es geht schließlich um einen ganz großen Fall, aber kann man den überhaupt gewinnen?

 

„Coyote vs. ACME“ ist der vielleicht beste Mix aus Real- und Zeichentrickfilm seit „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“. Es gibt hier reichlich Cameo-Auftritte der Looney Tunes, inkl. eines besonders witzigen, der mit der modernen Wahrnehmung von Pepe le Pew spielt – denn der ist kein Charmeur, sondern ein toxischer Stalker. Andere Figuren tauchen auch nur kurz auf, manche haben etwas essenziellere Rollen – so etwa Daffy Duck, Bugs Bunny oder Elmer Fudd. Dabei wirken diese kurzen Auftritte nie wie Fanservice, sondern sorgen dafür, dass die Welt des Films auch überzeugend wirkt, wenn Menschen und Cartoons gleichberechtigt nebeneinander agieren.

 

Will Forte und Lana Condor führen das menschliche Team an. Er ist der desillusionierte Anwalt, der sich am liebsten mit Vergleichen abspeisen lässt, sie die junge Anwältin voller Feuer. Auf der Gegenseite steht John Cena als Anwalt von ACME. Jeder der drei schlägt sich mit den Zeichentrickfiguren gut. Sie schaffen es, sich von ihnen nicht an die Wand spielen zu lassen, was bei dieser speziellen Form von Film nicht immer so ist. Denn die Cartoons sind nun mal das Hauptverkaufsargument von „Coyote vs. ACME“ und ziehen in den Film hinein. Der funktioniert für ein junges, aber auch ein älteres Publikum. Einerseits, weil es viel Slapstick gibt, andererseits, weil viel Nostalgie dabei ist. 

 

Und: Weil es eine Metaebene gibt, die der Film gar nicht haben wollte, als er produziert wurde. Aber es geht um eine David-gegen-Goliath-Geschichte und im wahren Leben ist es nun so, dass ein Film, der begraben werden sollte, doch sein Publikum findet. Die Handlung könnte man auch als Kommentar darauf ansehen, wie Konzerne Filmemacher und ihre Visionen behandeln.

 

„Coyote vs. ACME“ ist ein sehr vergnüglicher Film mit jeder Menge kleiner Seitengags. Es gibt immer was zu entdecken, ob nun im Vorder- oder im Hintergrund. Auch das macht den Reiz des Films aus, der den Figuren treu bleibt – der Kojote jagt immer den Road Runner –, aber es auch schafft, Herz und Gefühl einzubauen, gerade auch in Hinblick auf die Routine, die sich Wile und der Vogel immer wieder hingeben.

 

Technisch ist der Film ziemlich makellos. Das Zusammenspiel von echten Menschen mit Cartoon-Figuren ist sehr überzeugend ausgefallen. Hätte Warner den Film vor drei Jahren ins Kino gebracht, hätte er ein Riesenhit werden können. Mit kleineren Verleihern wird das schwieriger, aber jeder von ihnen – in Deutschland ist es Capelight Pictures – hat damit echtes Gold in die Hände bekommen.

 

Peter Osteried

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