Der mittlerweile sechste Teil der „Insidious“-Reihe ist so etwas wie ein Neustart. Oder der Auftakt einer Spin-off-Reihe, das kann man letztlich sehen, wie man will, da die Haupthandlung mit der Familie Lambert auserzählt ist, ein Prequel auch schon gemacht wurde, und nun eben neue Protagonisten das Ewigreich betreten und von ihm heimgesucht werden müssen. Einzig wiederkehrend: Lin Shaye als Medium Elise, die hier aber auch schon im Ewigreich weilt und auf eine Screentime von weniger als zehn Minuten kommt.
Über den Film
Originaltitel
Insidious: Out of the Further
Deutscher Titel
Insidious: Out of the Further
Produktionsland
USA
Filmdauer
106 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
Jason Blum, James Wan, Leigh Whannell, Oren Peli
Regisseur
Jacob Chase
Verleih
Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
Starttermin
20.08.2026
Als Kind musste Gemma miterleben, wie ihre Mutter sich umbrachte. Zuvor hat sie sich schon merkwürdig verhalten, als sei sie verrückt. 20 Jahre später kehrt Gemma mit ihrer eigenen Tochter in ihr Elternhaus zurück, das sie geerbt hat. Sie wird von schlimmen Albträumen heimgesucht, die immer echter anmuten und sie zutiefst verstören. Weil es ihr auch gelingt, Dinge aus diesen Träumen in die echte Welt zu bringen. Sie sucht nach Hilfe, weil sie fürchtet, zu enden wie ihre Mutter, während sich die Schlinge aus dem Ewigreich immer stärker um ihren Hals zuzieht …
Der Film hat zwei Probleme. Beide hätten sich relativ einfach beheben lassen. Das erste ist das einfachere: die Jump-Scares funktionieren nicht. Das ist eigentlich das Simpelste der Welt, aber hier versagt Regisseur Jacob Chase auf ganzer Linie. Es gibt sogar Szenen, da sieht man den Jump-Scare kommen, aber er kommt nicht. Stattdessen plätschert die Geschichte weiter. Das ist das zweite Problem: Die erste Hälfte des Films ist bestenfalls ein Aufkochen dessen, was man eh schon kennt, vor allem aber eines, nämlich langatmig. Die richtige Geschichte beginnt dann zur Halbzeit, weswegen man sich fragt, wieso die Macher nicht erkennen konnten, dass hier eine narrativ andere Gewichtung vonnöten war. Die erste Dreiviertelstunde auf eine Viertelstunde komprimieren, dann mit der echten Geschichte beginnen.
Die ist zwar auch nicht überragend, bietet aber zumindest ein paar Neuerungen im Vergleich zu den bisherigen „Insidious“-Filmen. Denn nicht nur ist es ein neuer Dämon, mit dem man es hier zu tun hat. Er hat auch eine ganz andere Motivation, die im Genre zwar nicht neu ist, aber eine Variation in dieser Reihe: Er möchte mit den Seinen in die echte Welt überwechseln. Schön und gut, und taugt auch für das Finale, aber Cyrus Lam, wie der fiese Bursche heißt, ist nicht so furchterregend wie der rotgesichtige Dämon (der hier einen kleinen Cameo-Auftritt hat).
Die „Insidious“-Reihe hat bisher über 700 Millionen Dollar weltweit eingespielt. Vermutlich wird auch dieser neue Film sein Publikum finden. „Insidous: Out of the Further“ folgt auf den Erfolg von „Insidious: The Red Door“ aus dem Jahr 2023, dem bislang erfolgreichsten Film der Reihe. Der große Zuspruch zeigte, dass das Publikum nach wie vor großes Interesse an der Mischung aus übernatürlicher Mythologie, familiären Traumata und stilisiertem Geisterhorror hat.
Der fünfte Teil konnte aber auch mit der Rückkehr der Hauptfiguren der ersten drei Filme aufwarten, während das Prequel deutlich schlechter abschnitt. Mit dem nunmehr sechsten Film gibt es praktisch so etwas wie einen Neustart. Wenn er Erfolg hat, kann die Reihe sich in jede Richtung weiterentwickeln. Wenn nicht, dürfte es das erstmal mit den Ausflügen ins Ewigreich gewesen sein, dann könnte es auch zum vorschnellen Ende eines angekündigten Spin-offs kommen.
Peter Osteried







