Die deutsch-italienisch-tschechische Koproduktion „Manipulation“ nimmt sich viel vor, erreicht aber nur wenig. Eine Geschichte über die große Verschwörung der Eliten und wie sie die Welt formen, hätte Potenzial, mit der Konzentration auf die Kirche, die zu fundamentalistischen Wurzeln zurückkehren soll, wirkt aber auf seltsame Art und Weise losgelöst von jedweder Authentizität.
Über den Film
Originaltitel
Manipulation
Deutscher Titel
Manipulation
Produktionsland
CZ, IT, DE
Filmdauer
128 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
David Balda, Markéta Hrubešová
Regisseur
David Balda
Verleih
Verleih N.N.
Starttermin
11.06.2026
Ein Geheimbund agiert seit ewigen Zeiten, mehrheitlich getragen von Mitgliedern der Kirche, aber auch von reichen Industriellen. Sie alle haben dasselbe Ziel: Die Kirche soll von ihren Irrpfaden wegkommen und wieder zu alter Stärke finden. Das heißt übersetzt: Jeder Fortschritt soll zurückgefahren werden. Es gibt in der Geheimgemeinde aber Konflikte darüber, wie vorgegangen werden soll. Und auch das neueste Mitglied, der junge Matteo, der qua Geburt Teil dieses Ordens wurde, hat Zweifel, weswegen er beginnt, zu recherchieren und seine Erkenntnisse mit einem Journalisten zu teilen …
Bis die eigentliche Handlung beginnt, vergehen knapp 45 Minuten. Ja, Matteo wird zuvor schon eingeführt, es geht aber um andere Figuren. Erst dann beginnt die Geschichte, aber da hat man längst das Interesse an dem Film verloren. Das liegt nicht nur an der mäandernden Art, sondern auch daran, dass Regisseur David Balda die Geschichte nicht einhegen kann. Gleiches gilt für seinen inszenatorischen Stil. Es gibt zu viele Szenen, die zu lange ausgedehnt werden. Die beiden Treffen des Ordens mit Heino Ferch als Meistermanipulator sind das beste Beispiel dafür. Sie sind repetitiv, langgezogen, kommen nicht auf den Punkt, kurz gesagt: Sie bringen den gesamten Film zum Erliegen, und das schon zu Beginn.
Die Idee, dass ein machtvoller Geheimbund ausgerechnet die Kirche zur Restriktion zurückführen will, erscheint unglaubwürdig. Sicher, man glaubt durchaus, dass es solche Menschen, Wünsche und Gedankenströmungen innerhalb der Kirche gibt. Aber man nimmt nicht mal Ferchs Figur ab, dass sie glaubt, was sie sagt. Es geht um Macht, und wenn es um Macht geht, dann im Grunde auch um weltliche, weil die der eigentliche Einfluss ist. Und doch dreht sich alles um das Pontifikat und was es falsch macht.
Gleichzeitig ist dieser Geheimbund so unterentwickelt, dass man nie ganz versteht, wie er eigentlich funktioniert. Allerdings hört man auch schnell auf, sich dafür zu interessieren, weil der mehr als zwei Stunden lange Film zur Geduldsprobe wird. Praktisch jede Szene ist zu lang, Dialoge sind bedeutungsschwanger, aber bedeutungslos, andere sind überflüssig oder sollen Charakterhintergründe erschaffen, die nur behauptet, aber nicht erkennbar sind. Exposition in Reinkultur, könnte man sagen, aber problematischer Weise auch solche, die völlig überflüssig für die Geschichte ist.
„Manipulation“ schafft es auf jeden Fall nicht, den Zuschauer dahingehend zu manipulieren, eine gute Zeit im Kino zu haben. Diesen Film lässt man am besten links liegen.
Peter Osteried







