Mit über sechs Millionen verkauften Eintrittskarten hat sich der zweite „Marsupilami“-Film zu einem der größten französischen Kinohits seit Jahren entwickelt. Ob dieser Erfolg sich auch in Deutschland einstellen wird bleibt abzuwarten, ist das gelbe Fabeltier mit dem endlos langen Schwanz in Deutschland doch deutlich weniger bekannt, vor allem aber hat Regisseur und Hauptdarsteller Philippe Lacheau einen Film mit, vorsichtig ausgedrückt, eigenwilligen Humor, gedreht.
Über den Film
Originaltitel
Marsupilami
Deutscher Titel
Marsupilami
Produktionsland
FRA,BEL
Filmdauer
99 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
Patrice Ledoux
Regisseur
Philippe Lacheau
Verleih
Splendid Film GmbH
Starttermin
20.08.2026
Tief im Urwald des südamerikanischen Phantasielandes Palumbien ist eine Gruppe Ganoven auf der Suche nach einem der wenigen Exemplare des Marsupilamis, einem seltsamen Fabeltier, das gut einen Meter groß ist, gelb mit schwarzen Punkten, dessen bemerkenswerteste Eigenschaft jedoch ein langer Schwanz darstellt, der je nach Bedarf als Liane oder auch als Faust dienen kann.
Die Jagd der Ganoven bleibt erfolglos, doch ein kleines, birnenförmiges Ei landet in der Obhut des Einheimischen Pablito (Jamel Debbouze), der verspricht es wie seinen Augapfel zu beschützen.
Im fernen Frankreich streiten sich derweil die Ex-Partner David (Philippe Lacheau) und Tess (Élodie Fontan) über die passende Methode zur Erziehung des gemeinsamen Kindes Léo (Corentin Guillot). David, ein großspuriger Herumtreiber, hat mal wieder einen Job verloren und nimmt in der Not einen Auftrag des finster wirkenden Malone (Jean Reno) an: Er soll nach Südamerika reisen, um ein sehr wertvolles Paket abzuholen. Kurzerhand nimmt David seine Familie mit, in der Hoffnung, die Ehe zu retten.
Auch mit dabei: Sein Kumpel Stéphane (Julien Arruti), der bald eine der Regeln bricht, die Malone David mit auf den Weg gegeben hat: Das Paket nicht öffnen. Denn in ihm befindet sich – natürlich – das inzwischen aus dem Ei geschlüpfte Marsupilami, das schnell auf dem Kreuzfahrtschiff für Chaos sorgt womit die beiden anderen Regeln – gut auf den Inhalt des Paketes aufzupassen und vor allem: Diskretion! – schnell hinfällig sind.
Comic-Fans werden das Marsupilami aus den Abenteuern von Spirou & Fantasio kennen, zwei Figuren, die zwar nicht ganz an den Ruhm von Asterix & Obelix heranreichen, in der frankophilen Welt aber fast ebenso bekannt sind. Vor über einem Jahrzehnt trat das Marsupilami zum ersten Mal in einem eigenen Kinofilm auf, damals noch unter der Regie von Alain Chabat, in den deutschen Kinos war dieser Film jedoch nicht zu sehen.
Eine direkte Fortsetzung stellt dieser zweite „Marsupilami“-Film nun nicht da, abgesehen von der Titelfigur ist das einzig verbindende Element die Figur des Pablito, der erneut vom vor allem aus Amelie bekannten Jamel Debbouze gespielt wird. Angesichts von Regisseur, Co-Drehbuchautor und Hauptdarsteller Philippe Lacheau wirkt dieser Film dann auch eher wie ein weiterer Film aus dem Kosmos von La Bande à Fifi, der Comedy-Truppe mit der Lacheau seit Jahren große Kinoerfolge wie „Project: Babysitting“ oder „Alibi.com“ gefeiert hat.
Allesamt Filme, die einem eher brachialen Humor verpflichtet sind, der weniger auf feingeistige Subtilitäten abzielt, sondern eher auf derben, oft unter die Gürtellinie zielenden Toilettenhumor. Dementsprechend geht es auch in „Marsupilami“ zu, die Mimik der Darsteller läuft auf Hochtouren, manche Momente wirken wie jugendfreie Varianten der „Jackass“-Komik, die physischen Besonderheiten des Marsupilamis werden genüsslich ausgeschlachtet, um so erstaunlicher wirkt es, wenn sich im letzten Drittel fast schon sentimentale Töne einschleichen: Schwer fällt es hier dem kleinen Léo, sich von dem neu gewonnenen tierischen Freund zu verabschieden, was in manchen Momenten fast Spielbergisch wird. Nach Hause kann das Marsupilami zwar nicht telefonieren, aber vor einem Leben in einem europäischen Zoo soll es unbedingt bewahrt werden.
Michael Meyns







