Millionen verkaufter Pixi-Bücher, Erzählbände und Hörspiele, dazu erfolgreiche TV-Serien und Kinofilme: Das von Autorin Liane Schneider erschaffene „Conni“-Universum ist ein Gigant auf dem hiesigen Buch- und Entertainment-Markt. Nun startet das von Fans sehnsüchtig herbeigesehnte zweite animierte „Meine Freundin Conni“-Abenteuer in den Kinos. Der Film orientiert sich in Sachen Atmosphäre und Tonalität stark am liebevoll umgesetzten, sympathischen Vorgänger, weshalb er all jene (jungen) Zuschauer zufriedenstellen dürfte, die schon „Geheimnis um Kater Mau“ mochten.
Über den Film
Originaltitel
Meine Freundin Conni 2
Deutscher Titel
Meine Freundin Conni – Abenteuer Mit Kranich Klaus
Produktionsland
DE
Filmdauer
93 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
Henning Windelband
Regisseur
Dirk Hampel
Verleih
Wild Bunch Germany GmbH
Starttermin
14.05.2026
Conni kann es kaum erwarten: Ihre Freunde Anna und Simon übernachten bei ihr. Die drei wollen sich auf die Geburtstagsparty von Mitschülerin Semire vorbereiten. Doch ihre Pläne werden jäh unterbrochen, als ein Kranich auftaucht. Das verletzte aber umtriebige Tier, das von Conni auf den Namen Klaus getauft wird, sorgt für mächtig Chaos und Emotionen – auch beim Nachbarn Herr Oswald. Denn nichts mag Klaus lieber, als sich in Nachbargärten so richtig auszutoben. Unterdessen müssen die Kinder Klaus unbedingt gesund pflegen, sodass er mit seinen Artgenossen den Flug in Richtung Süden antreten kann.
Jahr für Jahr gehen mehr als zwei Millionen „Conni“-Bücher über die Ladentheke. Seit 1992 wurden über 50 Millionen Exemplare rund um die populäre Hauptfigur Conni Klawitter verkauft. Das wohl das größte Erfolgsgeheimnis des „Conni-Universums“: Die Protagonistin wächst mit ihren Lesern. Deshalb gibt es neben den originalen Pixi-Büchern „Meine Freundin Conni“ u.a. ergänzende Erzählbände für Grundschulkinder sowie die Jugendbuchreihe „Conni15“. Hinzu kommen eine Zeichentrickserie und zwei Realfilme. Als wäre das noch nicht genug, gelang Conni 2020 mit „Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau“ auch in animierter Form erfolgreich der Sprung auf die große Leinwand.
Für „Abenteuer mit Kranich Klaus“ sind keine Vorkenntnisse nötig, der Film erzählt eine in sich geschlossene Story. Der Einstieg in Connis Welt ist für Neulinge folglich niedrigschwellig gestaltet, alle Figuren werden früh namentlich erwähnt bzw. eingeführt. Und diese Welt ist wie gewohnt farbenfroh, freundlich und lebensbejahend. Das liegt einerseits an den hellen Farbtönen, vor allem der Hintergründe, aber gleichsam am „sonnigen“, liebenswürdigen Gemüt der kleinen, stets neugierigen Heldin.
Wie im echten Leben steht die beliebte Protagonistin mit ihrem prägnanten rot-weiß geringelten Pullover kleineren und größeren Herausforderungen gegenüber. Diesmal hat sie Stress mit Anna, die sich ungerecht behandelt fühlt. Bei dem Streit geht es um die Frage, wer sich um den verletzten Kranich kümmern darf. Diesen Konflikt lösen die Freundinnen, indem sie über ihre jeweiligen Bedürfnisse sprechen und offen aufeinander zugehen – nur ein Beispiel, wie klug der Film solche Situationen und Alltagsprobleme auflöst. Pädagogisch wertvoll und mit elementarer Botschaft versehen (hier: die Fähigkeit zur Empathie).
Der Film besitzt vieler dieser lehrreichen, klug verpackten Botschaften und altersgerechten Themen, die sich um Zusammenhalt, Nächstenliebe, Konfliktbewältigung und Abschiede drehen. Und auch der Humor zündet. Für die meisten Lacher sorgen diesmal die spleenigen Sidekicks, darunter ein schräger, wunderbar nerdiger Ornithologe sowie „Lieblingsnachbar“ Herr Oswald, der bei jeder Kleinigkeit die Polizei ruft. Die in sich ruhende, verständnisvolle Polizeibeamtin scheint das wenig zu stören. Sie ist ein gleichberechtigter Teil dieser wunderschönen, 2D-animierten Welt, die detailreich gestaltet ist und an die visuelle Machart der Original-Buchreihe erinnert.
Die Geschichte um den flugunfähigen Vogel ist jedoch nicht ganz so mitreißend und intensiv geraten wie jene des Vorgängers. Vielmehr gerät „Abenteuer mit Kranich Klaus“ dramaturgisch und inhaltlich etwas handzahm. Zur Mitte hin stellen sich zudem gewisse Längen ein und der Dauerstreit zwischen Herrn Oswald und den Kindern um immer dieselben Themen (zerstörte Blumen, das Betreten des Grundstücks u.a.) erweist sich als redundant.
Im Finale lockert das Regie-Duo Dirk Hampel und Raquel Conde Viera dafür die Spannungsbremse, wenn es beim rasant inszenierten, actionreichen Trip zum Abflugplatz der Vögel ganz schön zur Sache geht. Es ist das Finale einer kurzweiligen Abenteuerstory, das selbst die Erwachsenen mitfiebern lässt. Dieser Wettlauf gegen die Zeit in der Schlussviertelstunde ist der zentrale, höchst emotionale und packend umgesetzte Höhepunkt des Films.
Björn Schneider







