Minions & Monster

Die Minions hatten schon ihre Solo-Abenteuer, sie litten aber darunter, dass die Figuren – der Name gibt es ja vor – nie die Hauptattraktion sind. Sie sind per definitionem die Nebenfiguren, weswegen ein eigener Film von jeher eine diffizile Angelegenheit war. Mit „Minions & Monster“ wurde jetzt aber ein Weg gefunden, diesen Umstand auszuhebeln, denn die Figuren werden erstmals wirklich Stars, und das sogar im Film im Film. 

 

 

Über den Film

Originaltitel

Minions & Monsters

Deutscher Titel

Minions & Monster

Produktionsland

USA

Filmdauer

90 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Meledandri, Chris / Ryan, Bill

Regisseur

Coffin, Pierre

Verleih

Universal Pictures International Germany GmbH

Starttermin

01.07.2026

 

Die Minions durchquerten die Länder dieser Welt auf der Suche nach einem großen Bösewicht, dem sie folgen könnten. Sie hatten einige, aber nicht wenige wurden auch ihretwegen aus dem Leben befördert. Und so suchten sie und suchten sie und suchten sie, bis sie schließlich nach Hollywood kamen, 1927 für den Film entdeckt werden und fortan zu Stars werden. Bis der Tonfilm kommt, dann ist es aus mit der Karriere. Minion James träumt aber vom Oscar und brütet die Idee eines Minions-und-Monster-Film aus, wofür echte Monster heraufbeschworen werden. Das Chaos ist vorprogrammiert.

 

„Minions & Monster“ ist der wahrscheinlich witzigste Film, der je über Hollywood gedreht wurde. Er zieht liebevoll, aber auch sehr frech durch den Kakao, wie die Traumindustrie sich selbst so gerne sieht. Entsprechend gibt es auch reichlich Parodien, die nur den cinephilen Fans wirklich auffallen werden. Anspielungen, Easter Eggs, Verbeugungen und Hommagen sind hier in rauen Mengen vorhanden. Wenn man sie erkennt, macht das das Vergnügen noch größer. Zuckersüß sozusagen, aber man muss nie auch nur einen anderen Film gesehen haben, um hier Spaß zu haben. Was Pixar so gut beherrscht, wiederholt hier auch Illuminations, denn dies ist ein Film, der ein Publikum jedes Alters abholt, von ganz jung bis uralt. 

 

Das fängt schon damit an, dass am Anfang zurückgespult wird und man in Zeitraffer sieht, wie die Universal-Pictures-Logos bis zu ihrem ersten zurückkehren. Dann fängt das Ganze wie ein klassischer Stummfilm an. Er zitiert die Keystone Cops ebenso wie Harold Lloyd, Buster Keaton und Charlie Chaplin, verbeugt sich vor „Der Tag, an dem die Erde stillstand“, huldigte H.P. Lovecrafts Roman „Die Berge des Wahnsinns“ inklusive eines Cthulhu-artigen Monsters und hat am Ende ein Monster, das nicht nur schleimig ist und viele Augen hat, sondern auch direkt an „Der Blob“ erinnert. Aber auch moderne Filme wie „Matrix“ oder „Babylon“ werden hier zitiert. Kurz gesagt: Der Film ist ein Füllhorn an Zitaten, es ist fast unmöglich, bei nur einmaligem Ansehen alles zu erkennen.

 

Der Film nutzt dabei Slapstick in rauen Mengen – gerade Figuren wie die Minions bieten sich dafür natürlich auch an. Es gibt das grandiose Cameo des Mannes, der uns den Sternenkrieg geschenkt hat, und auch die deutsche Synchronisation kann überzeugen. Christoph Waltz spielt einen Regisseur mit österreichischem Zungenschlag, die Kaulitz-Brüder als niedliches Lovecraft-Monster respektive ein Roboter aus einer anderen Welt sind überraschend gut. Überhaupt: Der Film ist pure Freude, ein knapp 90-minütiger Spaß, bei dem man aus dem Lachen nicht mehr rauskommt. 

 

Peter Osteried

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