Mortal Kombat II

Beim ersten Teil gab es noch Fan-Beschwerden, dass sich vieles zu sehr von den Filmen entfernt hätte. Bei „Mortal Kombat II“ wird nun versucht, dem Game noch gerechter zu werden, und das auch und vor allem, weil mit dem von Karl Urban gespielten Johnny Cage ein echter Fanliebling dabei ist. Tatsächlich ist es Johnny Cage auch, der den Film herausreißt. 

 

Über den Film

Originaltitel

Mortal Kombat II

Deutscher Titel

Mortal Kombat II

Produktionsland

USA

Filmdauer

116 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

James Wan, Todd Garner, Toby Emmerich, Simon McQuoid, E. Bennett

Regisseur

Simon McQuoid

Verleih

Warner Bros. Entertainment GmbH

Starttermin

07.05.2026

 

Schauspieler Johnny Cage wird für den Mortal Kombat als Champion rekrutiert, hat aber eigentlich gar keinen Bock drauf, als er hört, dass es keine Regeln, keinen Schiedsrichter und den Tod als Verlierer gibt. Aber entziehen kann er sich seinem Schicksal nicht, also nimmt er es an, während fünf Kämpfer des Earthrealm gegen fünf Kämpfer des schurkischen Shao Khan antreten müssen. Es geht um nichts weniger als die Rettung der Erde …

 

Im Grunde gilt bei diesem Film auch, was man schon beim ersten Teil sagen konnte: Die dünne Story ist nur ein Vehikel, um den Boden für viele Kämpfe zu bereiten. Davon gibt es hier auch mehr als genug, manchmal ist kaum Handlung zwischen den einzelnen Kampfeinlagen. Die sind toll choreographiert, gut getrickst, dynamisch umgesetzt und auch ziemlich blutig. Was den Film aber letztlich besser macht als seinen Vorgänger ist eine Figur: Johnny Cage.

 

Karl Urban spielt ihn ironisch und augenzwinkernd, als Abbild eines abgehalfterten Actionhelden, wie es ihn in den Neunzigerjahren gab, der das alles nicht ernst nimmt, bis er es dann natürlich doch tut. Der Coolness tut das keinen Abbruch, haut er doch mit Sprüchen um sich. Die sind auch ein guter Gegenpol zu den theatralischen Dialogen aller anderen Figuren, bei denen man vor Gravitas kaum noch Luft holen kann. Die Figuren nehmen sich selbst alle unheimlich ernst, außer Johnny Fucking Cage. Wann immer er im Bild ist, fängt der Film an, richtig aufzuleben.

 

Davon abgesehen bietet „Mortal Kombat II“ aber nicht viel. Oder anders gesagt: Viel schon, aber nichts anderes als Kämpfe. Dabei ist es diesmal so, dass einige Figuren den Tod finden. Das wäre an sich dramatisch und würde durchaus Potenzial für ein paar emotionale Momente bieten, aber tatsächlich wird das Ableben der bekannten Kämpfer recht nonchalant dargestellt. Letztlich ist es auch völlig frei von Bedeutung, da es auch noch das Netherrealm gibt. Das ist so etwas wie das Totenreich, das hier kurz besucht wird, aber vor allem schon mal für Teil 3 vorgestellt wird. Denn zum Ende hin wird klar, wohin die Reise geht. Alle, die tot sind, sollen im nächsten Film ins Leben zurückgebracht werden. Womit der Tod natürlich auch jedwede Dramatik verliert.

 

Das merkt man schon in diesem Film, denn hier tauchen auch einige Figuren auf, die im ersten Teil das Zeitliche segneten. Der Mortal Kombat stellt sich damit wie ein Perpetuum Mobile des Kämpfens dar. Denn wenn keiner stirbt, kann das alles bis zum St. Nimmerleinstag weitergehen. Gut für Warner Bros. und New Line Cinema, lassen sich daraus doch reichlich Fortsetzungen generieren. Das heißt, falls der Film ähnlich gut abschneidet wie sein Vorgänger. Wenn nicht, wäre der Tod dann doch permanent. Oder zumindest gäbe es keine Wiederbelebung, bis irgendwann die Reihe erneut gestartet wird …

 

 

Peter Osteried

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