Mumbo Jumbo

Ein kleines Nilpferd mit einem ziemlich großen Problem: Der dänische Animationsfilm erzählt ein fantasievolles Abenteuer für jüngere Kinder, hübsch anzusehen, mit liebenswerten Figuren und einer angenehm unaufdringlichen Botschaft. Und dabei geht es nicht nur märchenhaft, sondern auch durchaus turbulent und gelegentlich sogar ein bisschen verrückt zu.

 

Über den Film

Originaltitel

Da Mumbo Jumbo blev kæmpestor

Deutscher Titel

Mumbo Jumbo

Produktionsland

DK

Filmdauer

83 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Anders Mastrup, Emma Drost Jensen

Regisseur

Karsten Kiilerich

Verleih

eksystent Filmverleih

Starttermin

29.10.2026

 

Mumbo Jumbo ist noch ziemlich klein, jedenfalls nach seinen eigenen Maßstäben. Dabei würde das junge Nilpferd so gern mit anpacken und beweisen, was es schon alles kann. Als es von einem geheimnisvollen Pilz nascht, erfüllt sich sein Wunsch auf denkbar ungünstige Weise: Mumbo wächst in Blitzesschnelle zu einem Riesen heran und ist jetzt für seine vertraute Umgebung viel zu groß. Was eben noch verlockend erschien, wird zur handfesten Schwierigkeit. Also macht sich Mumbo mit seinen drei besten Freunden – einem Baby-Elefanten, einem kleinen Tiger und einem Mini-Tapir – 

auf die weite Reise nach Sibirien. Dort soll die gefürchtete Hexe Baba Jaga leben, die ihn vielleicht wieder auf Normalmaß schrumpfen lassen kann.

 

Schon die Ausgangsidee ist ein hübscher Einfall: Welches Kind hat sich nicht schon gewünscht, endlich groß zu sein? Karsten Kiilerich und Stine Marie Buhl, die gemeinsam Regie führen, nehmen diesen Wunsch als Aufhänger für eine abenteuerliche Reise. Ihre Geschichte basiert auf einem Kinderbuch des dänischen Autors und Illustrators Jakob Martin Strid, dessen Lust an eigenwilligen Fantasiewelten auch die Verfilmung prägt. Er wurde in Deutschland vor allem mit seinem Kinderbuch „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ bekannt. Auch hier begegnen sich ganz selbstverständlich Märchenmotive und technische Spielereien. Ein Ballon mit Badewanne als Gondel? Warum nicht! Und Baba Jagas berühmtes Häuschen auf Hühnerbeinen gehört ebenso in diese Welt wie die wunderlichen Gestalten am Wegesrand.

 

Die farbenfrohe Animation setzt weniger auf überwältigende Effekte als auf freundliche Figuren, verspielte Details und witzige Nebengeschichten. Besonders reizvoll ist, wie sich mit Mumbos Verwandlung auch seine Perspektive verändert. Merke: Wer plötzlich über alles hinausragt, hat deshalb noch lange nicht den Überblick. Das bietet reichlich Gelegenheit für Situationskomik. Lieder und kleine Einfälle lockern die Reise auf, ohne dass der Film seinen jungen Helden und seine Freunde aus den Augen verliert. Auch die unheimliche, aber doch irgendwie ziemlich realistische Baba Jaga sorgt für jene Portion Spannung, die zu einem ordentlichen Märchen gehört.

 

Dass Mumbo seine Freunde braucht, versteht sich dabei keineswegs nur als hübsche Zugabe. Ausgerechnet das riesige Nilpferd – in dem allerdings noch ein Kind steckt – muss lernen, Hilfe anzunehmen und sich selbst etwas zuzutrauen. Die Geschichte erzählt von Freundschaft, vom Wunsch nach Selbstständigkeit und davon, dass körperliche Größe wenig über wirkliche Stärke aussagt. Das ist nicht unbedingt neu, sondern eine vertraute Botschaft, aber so vergnüglich in ein fantasievolles Abenteuer verpackt, dass der farbenfroh animierte Film auch schon ganz kleinen Kinofans Spaß machen wird.

 

 

Gaby Sikorski

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