Ein neuer Jason-Statham-Film. Mehr muss man über „Mutiny“ eigentlich nicht wissen, ein weiterer Action-Film, in dem der britische Schauspieler einmal mehr einen Einzelgänger spielt, der einmal mehr eine Vergangenheit als Spezialagent hat, die ihm erneut gute Dienste leistet, wenn es mal wieder darum geht, Rache zu üben, diesmal – Überraschung! – auf einem Containerschiff. Ein solides Statham-B-Picture, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Über den Film
Originaltitel
Mutiny
Deutscher Titel
Mutiny
Produktionsland
GBR, USA
Filmdauer
95 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
Jason Statham, Marc Butan
Regisseur
Jean-François Richet
Verleih
Leonine Distribution GmbH
Starttermin
27.08.2026
In Bangkok nimmt der Rachefeldzug seinen Lauf, hier wird er auch sein Ende nehmen. Im Mittelpunkt steht Cole (Jason Statham), ein Mann, der nie ein Wort zu viel spricht, der mit Messerscharfem Blick die Situation im Auge hat und unerbittlich zuschlagen kann.
Einst war Cole Mitglied einer britischen Spezialeinheit, doch inzwischen bietet er seine Fähigkeiten auf dem freien Markt an. Seit langem arbeitet er für den thailändischen Reeder Tibu Campallo (Ramon Tikaram), dem er einst das Leben rettete. Fast ein Sohn ist Cole deswegen für Tibu, auch einen leiblichen Sohn gibt es (Chaneil Kular), der seinem Vater geraten hat, die Reederei zu verkaufen.
Doch finstere Kräfte wollen den Deal verhindern, töten Tibu, doch dabei machen sie einen Fehler: Sie lassen Cole am Leben. Der verfolgt die Spur der Killer auf das Containerschiff Artemis, dessen Kapitän (Roland Møller), dank seines finsteren Blicks und dem dichten Bart unverkennbar die Rolle des Antagonisten innehat.
Schnell entdeckt Cole, dass das Schiff zum Menschenhandel missbraucht wird, in einem Container vegetieren zwei Dutzend Vietnamesen, mindestens ebenso viele finstere Schergen hetzt der Kapitän nach und nach auf Cole und seine Begleitung Angie (Annabelle Wallis), die 3. Offizierin, die zufällig Teil der Besatzung ist und praktischerweise auch mit einem Maschinengewehr umgehen kann.
Nach dem Erfolg der ersten „Stirb Langsam“-Filme, mit denen Bruce Willis einst berühmt wurde machte Hollywood das, was Hollywood gerne macht: Erfolgsmuster variieren. Statt in einem Hochhaus oder auf einem Flughafen gab es bald ähnliche Filme, in denen Einzelkämpfer in einem Flugzeug, einem Bus, einem Zug oder sogar im Weißen Haus finstere Schurken mit elaboriertem Plan bekämpften, und natürlich gab es auch diverse Stirb Langsam-auf-einem-Schiff Variationen.
Als solche könnte man nun auch „Mutiny“ bezeichnen, auch wenn der Plan der Schurken eher banal wirkt, doch das Muster bleibt gleich. In den labyrinthartigen Gängen des Schiffes, zwischen Containern, in Lüftungsschächten und anderen engen Räumen, inszeniert der französische Regisseur Jean-François Richet einen souveränen Action-Thriller, der zwar etliche reichlich hanebüchene Wendungen nimmt, dafür aber stringent und in kaum 90 Minuten auf sein klar erkennbares Ziel hinausläuft.
Überraschend ist hier nichts und genau so soll es in einem B-Picture sein, in einer Variation einer bekannten Geschichte, in der man Jason Statham schon oft gesehen hat. Bisweilen verschlägt es den Briten zwar auch in etwas ambitioniertere Filme, doch am wohlsten scheint er sich in genau dieser Art von nicht allzu aufwändigem Actionfilm zu fühlen, in dem er seinen stählernen Blick und seine harten Fäuste ideal einzusetzen weiß.
Der größte Unterschied zu den „Stirb Langsam“-Filmen liegt in der durchaus brachialen Weise, mit der Stahams Cole hier seine Gegner ins Jenseits befördert. Das Sounddesign sorgt für knackende Genicke, bisweilen spritzt gar Blut auf die Kameralinse, man muss sagen, dass dieser Einzelgänger tatsächlich keine Gefangenen macht, eine ideale Rolle für Jason Statham also, der sich eine eigene, sehr spezielle Nische aufgebaut hat, in der ihm aktuell kaum jemand das Wasser reichen kann.
Michael Meyns







