One Night Only

Travis Brauns Drehbuch für „One Night Only“ fand sich auf der Blacklist wieder, der Liste der besten nicht produzierten Drehbücher eines Jahres. Danach fand es auch schnell einen Interessenten. Universal setzte Will Gluck darauf an, der mit „Wo die Lüge hinfällt“ schon Romcom-Erfolg hatte. Er veränderte das Skript noch, Braun ist jedoch als einziger Autor genannt. Ob Braun von den „The Purge“-Filmen inspiriert wurde, ist nicht überliefert, aber denkbar. 

 

Über den Film

Originaltitel

One Night Only

Deutscher Titel

One Night Only

Produktionsland

USA

Filmdauer

102 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Will Gluck, Jacqueline Monetta

Regisseur

Will Gluck

Verleih

Universal Pictures International Germany GmbH

Starttermin

27.08.2026

 

Seit drei Jahren gibt es in den USA eine Verordnung, die vorehelichen Sex unter Strafe verbietet. Mit Hilfe eines Chips, den jeder Bürger tragen muss, wird das auch sehr genau überwacht. Aber an einer Nacht im Jahr gelten diese Regeln nicht mehr. Da darf gepoppt werden, wie man will. Owen möchte es endlich mit seiner Freundin tun, aber die sägt ihn praktisch ab, während Allie auf der Suche nach dem Prinzen fürs Leben ist. Immer wieder laufen sich die beiden in dieser Nacht über den Weg, aber wird es auch funken?

 

Natürlich muss man die Prämisse schlucken. Zwar gibt es später noch ein wenig technische Erklärung, wie dieses Verbot überwacht wird, letzten Endes ist die Glaubwürdigkeit aber natürlich zweifelhaft. Aber gut, das muss man hinnehmen, dann erlebt man eine Romcom, die mal etwas außerhalb üblicher Erzählmuster funktioniert, weil die beiden Hauptfiguren zwar umeinanderkreisen, aber eigentlich mit anderen schlafen wollen. Was sie tun, um das Wirklichkeit werden zu lassen, ist dann eine wahre Nacht der Abenteuer – mit teilweise durchaus skurrilen Ideen.

 

Man fragt sich, ob Travis Brauns ursprüngliches Drehbuch den satirischen Aspekt der Geschichte stärker herausarbeitete, denn Will Glucks Film tut dies nicht. Er umschifft die eigentlich provokanten Elemente der Geschichte zwar gekonnt, aber auch recht konsequent. Dabei ist die eigentliche Erkenntnis, dass die Suche aller Figuren nach dem Fick des Jahres – denn mehr bekommen sie nun mal nicht – zu einer mit reichlich Druck versehenen Verpflichtung wird, während Owen und Allie nach und nach erkennen, was den Wert wahrer Intimität ausmacht. Das hätte der Unterbau einer brillanten Satire sein können, bei Gluck wird es einfach nur zu einer Romcom. Das klingt nun negativer, als es ist, denn im Rahmen dessen funktioniert der Film. 

 

Weil Callum Turner und Monica Barbero eine gute Chemie miteinander haben, weil der Humor stimmt, weil es auch Momente gibt, die herrlich überzogen sind. Kurz gesagt: Es gibt viel zu lachen, auch etwas Gefühl, und die klare Botschaft, dass Sex bei weitem nicht so wichtig ist wie wahre Liebe.

 

Übrigens war Glucks erste Version deutlich offenherziger. Obwohl es hier um Sex geht, ist der Film nämlich sehr zahm, und das, obwohl es in den USA für ein R-Rating gereicht hätte. Angesichts der Prämisse würde man etwas mehr Mut erwarten, aber der Film bleibt zahm und sittsam. Gluck erklärte das damit, dass die Sensibilitäten der Gen Z, die als Hauptklientel ausgemacht wurde, anders sei als bei vorherigen Generationen. Mitglieder der Gen Z sollen sich laut Gluck unwohl dabei fühlen, Sex und Nacktheit im Kino zu sehen. Mag sein, mag nicht sein, eines ist aber wohl sicher: Wäre der Film vor 20 oder 30 Jahren entstanden, hätte er mehr gewagt.

 

So ist er eine unterhaltsame, schön gefilmte, lustige Reise durch die Nacht, die vor allem von dem gut aufgelegten Schauspielduo Turner und Barbero getragen wird. 

 

Peter Osteried

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