So klingt das Leben

Musik ist Trumpf im kleinen Fischerdorf A Guarda an der galicischen Atlantikküste. Dann gerät ein tragisches Schiffsunglück zum kollektiven Schicksalsschlag. Nach zwei Jahren Trauer versucht die Dorfgemeinschaft, die Tradition des gemeinsamen Rondalla-Tanzes wieder aufleben zu lassen. Nach einem etwas holprigen Start finden die Einwohner den richtigen Takt. Und sie finden Wege, mit ihrem Schmerz zurechtzukommen. Ein hübsch aufgestelltes Figurenkarussell sorgt für amüsante Konflikte und allerlei Liebschaften. Lakonischer Humor lockert das Drama um Verlust und Versöhnung gekonnt auf. Last not least trommelt der Soundtrack mit Pauken und Trompeten für reichlich Feelgood-Stimmung. 

 

Über den Film

Originaltitel

Rondallas

Deutscher Titel

So klingt das Leben

Produktionsland

ESP

Filmdauer

113 min

Produktionsjahr

2025

Regisseur

Arévalo, Daniel Sánchez

Verleih

Alamode Filmdistribution oHG

Starttermin

16.07.2026

 

Eine Rondalla ist ein Instrumental-Ensemble, das in Spanien Volkslieder und folkloristische Tänze begleitet. Bei aller fröhlichen Ausgelassenheit herrschen strenge Regeln für das Marschieren in Formation. Der Dudelsack braucht Disziplin! Die Wettbewerbe zwischen Dörfern gelten als eine Frage der Ehre. Im idyllischen Fischerdörfchen A Guarda soll diese Tradition nun wieder aufleben. Zwei Jahre lang stand niemandem der Sinn zum Tanzen. Bei einem schweren Schiffsunglück gab es nur zwei Überlebende, das Dorf stand seither unter kollektivem Schock.    

 

Für die 18-jährige Andrea, Tochter des tödlich verunglückten Kapitäns, ist die Zeit des Trauerns vorbei. Sie möchte die Tradition der gemeinsamen Tänze wieder aufleben lassen und übernimmt die künstlerische Leitung. Mit frischem Wind beginnt sie die Proben, für die Einwohner kehrt endlich die Lebensfreude zurück. Krabbenfänger Luis, einer der beiden Überlebenden des Unglücks, ist ebenso mit von der Partie wie Yayo, der bei der Havarie sein Bein verloren hat. Auch Carmen, die Mutter von Andrea und heimliche Geliebte des Krabbenfängers, mischt tatkräftig mit. Das gemeinsame Ziel des Dorfes ist es, den kommenden Wettbewerb in Vigo zu gewinnen. Doch plötzlich sorgen neue Erkenntnisse über die Ursache des Schiffsunglücks für eine dramatische Wendung. Dass die Choreografie des Auftritts von der Konkurrenz gestohlen wird, ist dabei noch das kleinste Problem….

 

Die berühmten kleinen Leute, die sich gemeinsam den großen Problemen stellen und sie zusammen überwinden, gehören zum bewährten Fundus von Feelgood-Filmen. Die Briten sind traditionell grandios bei solchen Geschichten. Nun beweist der spanische Regisseur und Drehbuchautor Daniel Sánchez Arévalo („dunkelblaufastschwarz“), dass er ebenfalls ein gutes Händchen für solche Stoffe hat. Das Figurenkarussell ist hübsch aufgestellt und bietet Typen, die sehr unterschiedlich mit Trauer und Verlust umgehen. Krabbenfänger Luis sucht Halt bei der Witwe des Kapitäns und findet heimlich die große Liebe. Der bärtige Fischer Yayo trotzt dem Leben und dem Verlust seines Beines mit rauem Humor. Die aufgeweckte Andrea wehrt sich zum Schein gegen alle cleveren Avancen ihres charmanten Verehrers, dem Musikstudenten Elias. Als tollpatschiger Clown in Uniform darf Dorfpolizist Xoel den unbeholfenen Sänger mit viel Eifer und wenig Talent geben. Bei den gemeinsamen Proben werden die Unterschiede langsam, aber sicher überwunden, und im Dorf wächst wieder zusammen, was zusammengehört.

 

Das überzeugende Ensemble hat spürbares Vergnügen an seinen Figuren, die jenseits der Klischeekiste mit viel Charme zu Empathie einladen. Die Lovestory zwischen den einstigen Kindergartenfreunden fällt ebenso rührend aus wie der kollektive Jubel für Tollpatsch Xoel und dessen unkonventionelle Aktion zur Ehrenrettung des Dorfes. Zum visuellen Genuss der rauen Landschaft Galiciens gesellt sich ein Soundtrack, der mit Trommeln und Dudelsack für reichlich Feelgood-Stimmung unter der spanischen Sonne sorgt: Olé!      

 

Dieter Oßwald

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