Die Sommerkomödie des Jahres ist „Spa Weekend“ auf jeden Fall nicht. Vielmehr wirkt die Geschichte über vier Damen im Mütteralter, die ein entspanntes Wochenende erleben wollen, aber aufgrund einer schrillen Freundin im Chaos versinken, wie aus dem Baukasten für schnell hingerotzte, nicht originelle, 08/15-Filme. Da haben die Autoren und Regisseure Jon Lucas und Scott Moore schon Besseres abgeliefert. „Hangover“ zum Beispiel, aber vielleicht ist das Problem auch, dass „Spa Weekend“ wirkt, als hätten die Künstler sich keinen Deut weiterentwickelt.
Über den Film
Originaltitel
Spa Weekend
Deutscher Titel
Spa Weekend
Produktionsland
US
Filmdauer
97 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
Suzanne Todd, John Friedberg, Teddy Schwarzman, Michael Heimler
Regisseur
Scott Moore
Verleih
DCM Film Distribution GmbH
Starttermin
24.09.2026
Drei Mütter brauchen endlich mal eine Auszeit, weswegen eine von ihnen ein Wochenende in einem Luxus-Spa plant. Dummerweise lädt eine von ihnen aber auch ihre schrille Freundin Mel ein, die sie eigentlich nicht dabeihaben wollten. Als Mel auftaucht, ist das Chaos vorprogrammiert, da sie Anwendungen stört, schrill und laut ist, unflätig und nervig, einfach alles, was man nicht braucht, wenn man entspannen will. Das gilt übrigens auch für das Publikum. In einer Szene sagt Mel „Ich bin froh, dass ich hier bin“ und als Zuschauer denkt man sich: Ich nicht. Oder anders gesagt: Man wünscht sich in jeden anderen Film, egal welchen.
„Spa Weekend“ wirkt wie ein Film aus der Resterampe, aus allen Ecken und Enden zusammengeklaut, ohne auch nur einen originellen Gedanken zu haben. Das hat man alles schon gesehen, man denke nur an „Brautalarm“, aber meistens besser, mindestens aber weniger nervig. Im Grunde hätte man bei „Spa Weekend“ Melissa McCarthy erwartet. Die hat eine Karriere darauf aufgebaut, laute, obszöne und schrille Figuren. Was Isla Fisher hier abliefert, muss man wohl als eine Art Gedenkdarstellung verstehen, unterstützt übrigens von Michelle Buteau, die von Anfang bis Ende wütend ist, aber nur ja nicht als „angry black woman“ wahrgenommen werden will.
So hangelt sich der Film von einem Klischee zum nächsten, vergeigt einen Gag nach dem anderen und lässt vielleicht ein-, zweimal schmunzeln, aber das ist bei weitem nicht genug. Dieser Kinogang lohnt nur, wenn man absolut sicher ist, auf diese Art von Humor zu stehen, also wie „Brautalarm“, nur eben schlechter.
Wenn man etwas bei „Spa Weekend“ anerkennen will und muss, dann die Professionalität der vier Hauptdarstellerinnen, denn deren Spiel merkt man nicht an, dass sie sich wohl in Grund und Boden schämen müssen.
Peter Osteried







