Das Poster verrät im Grunde alles, was man von „The End of Oak Street“ wissen muss. Rechts laufen Ewan McGregor und Anne Hathaway aus dem Bild, links läuft ein Tyrannosaurus Rex ins Bild. Das fängt den Film perfekt ein, denn die phantastische Prämisse wird genommen, wie sie kommt. Es gibt keine Erklärung, aber dafür sehr viel Wegrennen vor Dinosauriern.
Über den Film
Originaltitel
The End of Oak Street
Deutscher Titel
The End of Oak Street
Produktionsland
USA
Filmdauer
99 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
Hannah Minghella, David Robert Mitchell, J.J. Abrams, Matt Jacks
Regisseur
David Robert Mitchell
Verleih
Warner Bros. Entertainment GmbH
Starttermin
13.08.2026
Eine Vorstadt im Jahr 1981: Greg lebt mit seiner Frau Denise und den Kindern Audrey und Brian ein normales Leben, verdingt sich als Pizza-Lieferant und versucht, die Familie zusammenzuhalten, obwohl es zwischen Denise und ihm immer mehr Spannungen gibt. Denise hat derweil einen Roman geschrieben, mit dem sie sich von dieser Situation wegwünscht. Eines Nachts taucht in der Stadt ein unerklärlich grelles Licht auf. Am nächsten Tag ist alles anders. Als die Familie erwacht, ist der Großteil ihrer kleinen Straße transportiert worden – von der Gegenwart in prähistorische Zeiten, in denen Dinosaurier die Spitze der Nahrungskette sind.
Autor und Regisseur David Robert Mitchell sorgte mit seinem Horrorfilm „It Follows“ im Jahr 2014 für Aufsehen, sein mystischer, surrealer Thriller „Under the Silver Lake“ wurde vier Jahre später eher durchwachsen aufgenommen. Fast ein Jahrzehnt später meldet er sich mit seinem nunmehr vierten Kinofilm zurück. Er denkt dabei größer als zuvor – in Dimensionen eines typischen Sommer-Blockbusters. Mitchell vermengt hier praktisch „Jurassic Park“ mit Vorstadtflair, und präsentiert das in einem Achtzigerjahre-Setting, das sofort Spielberg-Vibes heraufbeschwört. Dazu trägt auch die Musik von Michael Giacchino bei, der offenkundig versucht, in John Williams‘ Fußstapfen zu treten. Der einzige Grund, den Film in den Achtzigerjahren spielen zu lassen, ist dieses Feeling, und das trägt ziemlich weit.
Allerdings trägt es nicht über den ganzen Film, denn obwohl er mit 100 Minuten Laufzeit für eine große Hollywood-Produktion recht kurz ist, leidet er doch im Mittelfeld etwas unter zu viel Repetition. Immer und immer wieder müssen die Akteure vor Dinosauriern fliehen. Sicher, Mitchell versucht hier, Variation einzubringen, grundsätzlich sieht man aber über den Großteil des Films das haargenau selbe. Das erzählt er durchaus mit Witz und auch mit Spannung, dennoch hätte man sich gerade im Mittelteil etwas mehr gewünscht – etwas Besonderes. Das fehlt hier, weil Mitchell auch keinerlei Gedanken darauf verschwendet, was sein Mysterium ist. Er macht es sich einfach: Es ist da, es passiert, und eine Fluchtmöglichkeit gibt es auch noch. Erklärt wird nichts. Das mag den Zuschauer in die Position der Familie stürzen, ein klein wenig unbefriedigend bleibt es dennoch.
Aber immerhin: Mitunter ist der Film sogar überraschend. Etwa bei der Begegnung mit dem T-Rex. Auch wenn Greg und Denise auf Dinosaurier stoßen, die nicht ganz so furchteinflößend sind (und es die Achtzigerjahre-Version eines Erinnerungsfotos gibt). Die Dinosaurier sind durchwegs gut getrickst. Hier punkten die CGI, sie versagen jedoch beim Familienhund Starbuck. Wenn der einen Flugsaurier angreift, dann wird vom echten zum CGI-Hund gewechselt, und der sieht alles andere als überzeugend aus.
Den Schwächen zum Trotz ist „The End of Oak Street“ aber durchaus unterhaltsam, er bietet genau das, was Poster und Trailer versprachen. Das Ende bietet dann durchaus auch Potenzial für eine Fortsetzung, die nicht zwangsweise notwendig, aber zumindest möglich ist.
Peter Osteried







