Heiligabend im Schoss der Familie, das ist für die meisten Menschen ganz normal, und für eine Gruppe von Kanadiern mit italienischen Wurzeln gilt das umso mehr. Aber in „Unholy Night“ wird daraus eine Nacht des Schreckens, wobei der Film durchaus auch Humor zu bieten hat und mit einer Reihe sympathischer Figuren punkten kann. Kurz gesagt: Er überrascht und ist weit besser, als man erwartet hätte.
Über den Film
Originaltitel
Unholy Night
Deutscher Titel
Unholy Night
Produktionsland
CA
Filmdauer
91 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
Jason Levangie, Marc Tetreault
Regisseur
Michael Gabriele
Verleih
Verleih N.N.
Starttermin
03.12.2026
Gino ist bei seiner Familie, alle essen, dann hören sie ein Geräusch in der Küche. Dort steht die Oma, die schon seit Jahren tot ist, und beschwert sich, dass man ihr das Haus genommen hat. Nicht, dass das normal wäre, aber es wirkt noch so, bis sie sich körperlich verändert und dämonische Züge annimmt. Sie attackiert einen ihrer Enkel, aber damit hat diese Nacht des Grauens erst begonnen. Denn ein alter italienischer Fluch bringt die Ritornati zurück – all jene, die tot sind und noch eine Rechnung offenhaben.
„Unholy Night“ ist eine kanadische Produktion, die mit wenig Geld, aber viel Enthusiasmus daherkommt. Die Schauspieler sind durch die Bank unbekannt, funktionieren in ihren Rollen aber gut. Man nimmt ihnen die Familie ab. Die Effekte sind eher praktischer Natur und haben es zum Teil auch wirklich in sich. Aber der Film gibt sich nicht als knallharter Terrorfilm wie etwa der letzte Ausflug in die Welt von „Evil Dead“, sondern hat auch seine humorigen Momente. Nämlich dann, wenn die Ritornati noch normal sind und interagieren, aber auch dann, wenn die Situation eskaliert. Der Film nutzt dann eine Form von Komik, fast schon Slapstick, die den frühen Sam-Raimi-Horrorfilmen eigen ist. Zwar erreicht „Unholy Night“ deren Qualitäten nie, aber er erweist sich als mehr als nur solider Genrefilm.
Denn er lebt auch davon, dass er diese heimelige Familien-Atmosphäre bietet, bei der dennoch nicht alles Eitelsonnenschein ist. Schön ist aber auch, wie die Figuren miteinander kabbeln, insbesondere, wenn es absurd wird, so wie bei der Frage, ob man die gute oder eine nicht so gute Tischdecke nutzen sollte, um einen Leichnam damit zu bedecken.
Das Ende kommt dann erstaunlich gefühlvoll daher. Weit mehr, als man das erwartet hätte. Es erinnert optisch an die Welt von „Constantine“, inhaltlich aber eher an „Hinter dem Horizont“. Der Horror schwindet hier zugunsten der Emotion, was „Unholy Night“ dann tatsächlich zu einem gelungenen Weihnachtsfilm macht. Sicher nicht für die ganze Familie, aber für ein erwachsenes Publikum, das den Mix aus Horror und Humor zu schätzen weiß.
Peter Osteried







