„Wahrheit“ oder „Wahrhaftigkeit“ – das sind die Bedeutungen des Wortes „Verity“. Colleen Hoover fühlte sich vermutlich sehr clever, als sie den Roman und ihre Protagonistin so nannte, denn die Autorin Verity Crawford ist eine Meisterin darin, die Wahrheit zu verdrehen, bis am Ende niemand mehr weiß, was wahr und was unwahr ist. Im Grunde ist das bei dieser zusammengestückelten, aus Versatzstücken besserer Thriller bestehender Geschichte aber auch egal. Weil es noch reichlich anderes gibt, worüber man sich aufregen kann. Die grassierende Unlogik zum Beispiel.
Über den Film
Originaltitel
Verity
Deutscher Titel
Verity – Dunkle Geheimnisse
Produktionsland
USA
Filmdauer
117 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
Hedlund, Alex / Antosca, Nick / Showalter, Michael
Regisseur
Showalter, Michael
Verleih
Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
Starttermin
01.10.2026
Die erfolglose Schriftstellerin Lowen (Dakota Johnson) wird angeheuert, um den neuen Roman von Verity Crawford (Anne Hathaway) fertigzustellen und die nächsten beiden zu schreiben. Als sie bei den Crawfords einzieht, wird ihr erst klar, wieso das so dringend ist, denn nach einem Autounfall ist Verity nicht mehr ansprechbar. Während Lowen beginnt, Gefühle für Veritys Mann Jeremy (Josh Hartnett) zu entwickeln, stößt sie auf die Autobiographie der Autorin, die ihren Blick auf diese Frau gänzlich verändert – und Zweifel daran aufkommen lässt, ob sie wirklich geistig so abwesend ist, wie es scheint.
Wenn man jemanden erstickt und dann die Leiche in den See wirft, dann sollte man nicht darauf hoffen, dass das als ein Unfall betrachtet wird. Denn bei einer Leiche, die im See geborgen wird, gibt es natürlich eine Autopsie, und die hätte gezeigt, dass der Mensch schon tot war, bevor er im Wasser landete. Denn Tote atmen nicht und so kommt auch kein Wasser in die Lungen. Und das ist nur eine der Passagen in „Verity“, die nicht nur nicht wahrhaftig, sondern hanebüchen und dämlich ist. Aber das ist Programm bei diesem schlecht geschriebenen Thriller, der nie so recht weiß, was er sein will. Als Erotik-Thriller geht er nicht wirklich durch, als Thriller per se hat er auch mit fortgesetzten Passagen ausgesprochener Langatmigkeit zu kämpfen, und romantisch ist hier sowieso gar nichts, auch wenn man das bei Hoover erwarten könnte.
Der Twist, wenn man ihn so nennen will, ist auch an den Haaren herbeigezogen. Letztlich fragt man sich, was Anne Hathaway an diesem Stoff gereizt haben könnte. Sie hat gerade in den letzten Jahren ein deutlich besseres Händchen bei der Rollenauswahl gezeigt. Dakota Johnson hat vermutlich weniger Wahlmöglichkeiten. Sie müht sich, ist aber auch in schwachen Dialogen gefangen. Manche ihrer Reaktionen grenzen schon an eine Karikatur. Josh Hartnett hält sich vornehm zurück, allesamt bekleckern sich hier aber nicht mit Ruhm.
Die amüsanteste Szene ist noch, wenn Jeremy und Lowen in das beste bayrische Restaurant in Vermont gehen – vermutlich auch das Einzige. Logisch, dass die Bedienungen in Lederhosen bzw. Dirndls auftischen …
Peter Osteried







