Alte Liebe

Es ist mehr als ein Kammerspiel, das Regisseur Andreas Dresen und seine Ko-Autorin Laila Stieler hier bieten. Man befindet man sich im Schlafzimmer, mal im Bad, mal in der Küche, hin und wieder auch im Garten oder gerade auf dem Weg nach Hause, aber immer stehen nur zwei Figuren im Mittelpunkt: Lore und Harry, die seit 40 Jahren verheiratet sind. „Alte Liebe“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Elke Heidenrich und Bernd Schroeder.

 

Über den Film

Originaltitel

Alte Liebe

Deutscher Titel

Alte Liebe

Produktionsland

DEU

Filmdauer

111 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Kordes, Meike / Kordes, Alexandra

Regisseur

Dresen, Andreas

Verleih

Pandora Film Medien GmbH

Starttermin

08.10.2026

 

Harry (Joachim Król) war Beamter, ist nun in Rente und kümmert sich vor allem um seinen Garten, während seine Frau Lore (Dagmar Manzel) noch immer in der Bibliothek arbeitet und Lesungen organisiert, ihren Mann aber nie dazu kriegen kann, mal eine anzuhören. Ihre Tochter ist seit Jahren aus dem Haus, hat selbst eine Tochter und bereitet sich vor zu heiraten. Einen reichen Mann, was Harry per se schon verdächtig findet. Eigentlich möchte er auch nicht zur Hochzeit gehen. Aber auch nach vier Dekaden haben sich Harry und Lore noch viel zu sagen, sie triezen und sie necken einander, sind gewitzt und gewieft, auch mal ernst, wenn es um eine alte Schwärmerei geht, aber eines immer: Zwei Menschen, die zusammengehören, auch im Herbst ihres Lebens.

 

Es ist eigentlich keine Geschichte, die hier erzählt wird. Die Geschichte, das sind Harry und Lore und wie sie ihr Leben bestreiten. Wie sie morgendlich das Ritual des gemeinsamen Kaffeetrinkens zelebrieren, wie sie auch mal kabbeln, wie sie einfach nur reden. Denn tatsächlich haben sich diese zwei Menschen auch nach so langer Zeit noch viel zu sagen. Das ist das Wunderbare an „Alte Liebe“. Das, was man sich selbst wünscht. Nicht nur gemeinsam alt zu werden, sondern einander zu verstehen, auch und gerade, wenn es schwierig wird. Denn Harry träumt von anderem als Lore, aber er ist bereit, sich aus seiner Komfortzone zu begeben. Weil es auch im Alter nicht zu spät ist, noch mal alles durchzurütteln. 

 

Der Film lebt vom klugen Drehbuch, aber auch von der umwerfenden Darstellung von Joachim Król und Dagmar Manzel, denen man die alten Liebenden abnimmt. So zeichnet sich der in Frühling, Sommer, Herbst und Winter unterteilte Film auch durch seinen Wortwitz, die Momente leiser, aber spürbarer Melancholie und der Zärtlichkeit aus, mit der die beiden Protagonisten einander begegnen. Neben Króls und Manzels Figur taucht neben der dementen Mutter bzw. Schwiegermutter, die beide nutzen, um sich auszusprechen, nur noch die Enkelin kurz auf, selbst auf der Hochzeit findet der Film den richtigen Weg, um sich ganz und gar auf seine beiden Figuren zu konzentrieren. Es ist fast so, als würde die Welt um Harry und Lore herum zu existieren aufhören, als seien sie füreinander alles, was das Leben lebenswert macht.

 

So macht es Freude, den beiden von Gespräch zu Gespräch zu folgen, sie durchs Leben zu begleiten und mitzuerleben, wie sich langsam alles verändert, und dass auch beim Publikum. Denn man spürt, dass eine Geschichte wie dieser nicht so enden kann, wie man sich das wünschen würde. Ein Happyend sieht anders aus. 

 

Peter Osteried

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