Ensemble Modern – Why We Play

Seit fast einem halben Jahrhundert widmet sich das in Frankfurt am Main beheimatete Ensemble Modern der Musik des 20. (und inzwischen auch des 21.) Jahrhunderts und hat sich in dieser Zeit den Ruf eines der interessantesten, innovativsten Ensembles unserer Zeit erspielt. Was die aktuelle Besetzung des Ensembles antreibt versucht der Filmemacher Thorsten Schütte in seinem Dokumentarfilm „Ensemble Modern – Why We Play“ zu ergründen.

 

Über den Film

Originaltitel

Ensemble Modern – Why We Play

Deutscher Titel

Ensemble Modern – Why We Play

Produktionsland

DEU

Filmdauer

100 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Andrea Roggon, Ulla Lehmann

Regisseur

Thorsten Schütte

Verleih

Arsenal Filmverleih GmbH

Starttermin

11.06.2026

 

1980 fanden sich einige Studierende der Jungen Deutschen Philharmonie zusammen und gründeten ein eigenes Ensemble. Nicht hierarchisch sollte die zukünftig als Ensemble Modern bekannte Gruppe funktionieren, nicht einem dominanten, damals noch stets männlichen Dirigenten unterworfen, sondern sich selbst verwaltend und entscheidend.

In wechselnden Besetzungen spielt das Ensemble Modern seitdem und hat sich in den vergangenen Jahrzehnten den Ruf eines der besten Ensembles für neue Musik erspielt. 18 Musiker umfasst die aktuelle Besetzung, die in Thorsten Schüttes Dokumentarfilm „Ensemble Modern – Why we Play“ bei der Arbeit zu sehen sind.

Das bedeutet natürlich vor allem proben, spielen, sich mit neuen und weniger bekannten Partituren vertraut machen, aber auch organisieren, entscheiden was demnächst auf dem Programm stehen soll, welche Einladung man annimmt, wohin die nächste Tournee gehen soll und schließlich: Das Rekrutieren neuer Mitspieler.

Eine Einladung, im Ensemble Modern zu spielen ist für viele Musiker ein Ritterschlag, fast so bedeutend wie ein Ruf zu den Berliner Philharmonikern, für manche sogar mehr. Denn im Gegensatz zu den meisten normalen Orchestern, fühlen sich die Mitglieder des Ensemble Moderns als Teil eines großen Organismus, nicht zuletzt aber auch als Teil einer langen Tradition.

In intimen Interviews kommen die Musiker aus unterschiedlichen Ländern zu Wort, erzählen von ihren Erfahrungen, der Bedeutung, die es für sie hat, im Ensemble Modern zu spielen, versuchen schließlich vor allem, die titelgebende Frage zu beantworten, warum sie überhaupt spielen: Lebenselixier sei die Musik, ein Teil ihres Wesens, fast so wichtig, wie die Luft zum Atmen.

Interessanter als diese bisweilen etwas Floskelhaft wirkenden Antworten, sind die langen Passagen, in denen Schütte hinter die Kulissen des Ensembles blickt, den Musikern beim Proben zusieht, den Entwicklungsprozess begleitet. Wie eine Aufführung entsteht kann man hier beobachten, wie kleine Änderungen vorgeschlagen und diskutiert werden, hier eine Note verändert, da das Tempo gewechselt wird und sich am Ende aus vielen Einzelstimmen ein großes, organisches Ganzes entwickelt.

Stets zurückhaltend bleibt die Kamera, immer am Rand, beobachtet die Musiker und ihr Tun, stilistisch unauffällig, manchmal fast konventionell. So lebt „Ensemble Modern – Why we Play“ ganz von seinem Sujet, den Musikern des Ensembles, der Musik, die für manche, eher an die melodischen Töne der Klassik gewöhnten Ohre irritierend klingen mag, aber ihren ganz eigenen Reiz entwickelt. Werbung für die Neue Musik ist Thorsten Schüttes Film, vor allem aber für das Ensemble Modern, das auch nach fast 50 Jahren jung geblieben ist.

 

Michael Meyns

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