Frost ohne Schnee und Eis

Es ist ein bemerkenswerter Film, den der Norweger Asgeir Helgestad mit „Frost ohne Schnee und Eis“ erschaffen hat. Ein Film, der sich mit dem Leben einer Eisbärin auseinandersetzt, die Helgestad Frost getauft hat. Er versucht, aus der Perspektive dieser Eisbärin zu erzählen, die im Lauf der Jahre, in denen diese Dokumentation entstand, acht Junge hatte, von denen fünf bei Begegnungen mit dem Menschen starben. Weil ihr Lebensraum, die Arktis, immer stärker bedroht ist.

 

Über den Film

Originaltitel

Frost uten Snø og Is

Deutscher Titel

Frost ohne Schnee und Eis

Produktionsland

NO, DE

Filmdauer

98 min

Produktionsjahr

2026

Regisseur

Asgeir Helgestad

Verleih

Weltkino Filmverleih GmbH

Starttermin

17.09.2026

 

Asgeir Helgestad besucht immer wieder Spitzbergen. Er fotografiert, er filmt, und er wird auf eine Eisbärin aufmerksam, die für ihn so etwas wie eine Freundin wird, auch wenn er ihr niemals nahe ist. Als er Frost – so tauft er die Bärin, deren erste Kinder er Snow und Ice nennt – das erste Mal sieht, ist es um Helgestad geschehen. Schon immer fühlte er eine besondere Verbundenheit mit der Natur, nun jedoch zieht es ihn immer wieder nach Spitzbergen, auf der Suche nach Frost, um zu sehen, wie es ihr in der Zwischenzeit ergangen ist.

 

Er sieht, wie sie ihre Jungen großzieht, er erlebt mit, wie sie jagt, aber auch, wie sie mit ihrem Nachwuchs spielt und ihn beschützt. Im Verlauf der Jahre findet er sie abgemagert oder auch groß und stark vor. Immer wieder kehrt Helgestad zurück, hält Ausschau, sucht nach Spuren, bekommt Fotos und Videos von anderen, auf denen er Frost identifizieren kann. Und während all dieser Jahre hält er Zwiesprache – das ist die Erzählung des Films. 

 

Er spricht mit Frost, aber auch mit dem Publikum, erzählt von der rauen Schönheit eines Erdteils, der immer stärker bedroht ist und stellt Fragen nach dem Klimawandel, der die Arktis fundamental verändert.

 

Mit seiner Erzählung kommt man dieser Eisbärin näher, bangt und freut sich mit ihr und ist angesichts der grandiosen Landschaftsbilder ergriffen. Es gibt Momente der Freude und der Trauer, der Angst und der Zuversicht. Wenn man denkt, dass Frost das Ende ihres Lebens erreicht hat, dann wartet die nächste Begegnung mit ihr doch wieder mit einer Überraschung auf. Man spürt, wie wichtig sie dem Filmemacher geworden ist. Sie ist so etwas wie eine Wegbegleiterin in seinem Leben, weswegen das Ende umso wirkmächtiger ist.

 

Denn eine Geschichte wie diese kann im Grunde nie ein Happyend haben. Weil das Leben endet, und was wäre daran schon glücklich? Wenn Asgeir Helgestad am Ende dort steht, wo Frost das letzte Mal unterwegs war, dann spürt man nicht nur seinen Verlust und seine Erkenntnis, dass die Arktis nun, da die Eisbärin sie nicht mehr durchstreift, nie wieder sein wird wie zuvor. Ebenso sehr spürt man selbst den Verlust von etwas, von dem man gar nicht wusste, wie wichtig es einem war.  

 

 

Peter Osteried

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