Viele der berühmtesten Fotos des 20. Jahrhunderts wurden mit einer Leica gemacht, einem Produkt aus dem hessischen Wetzlar, wo 1925 die erste Kleinbildkamera in Serie ging. Aus Anlass dieses Jubiläums drehte Reiner Holzemer den Dokumentarfilm „Leica – Ein Jahrhundert in Bildern“, der meist weniger um die Leica und ihre Qualitäten kreist, als Fotografen bei der Arbeit zeigt.
Über den Film
Originaltitel
LEICA – Ein Jahrhundert in Bildern
Deutscher Titel
LEICA – Ein Jahrhundert in Bildern
Produktionsland
DEU
Filmdauer
95 min
Produktionsjahr
2026
Regisseur
Holzemer, Reiner
Verleih
Rise And Shine Cinema UG
Starttermin
12.11.2026
Der fallende Soldat im Spanischen Bürgerkrieg. Das Hissen der russischen Flagge auf dem zerstörten Reichstag. Das nackte, von Napalm verbrannte Mädchen in Vietnam. Jeder kennt diese Fotos, die zu den Bildikonen des 20. Jahrhunderts zählen und auch am Anfang von „Leica – Ein Jahrhundert in Bildern“ zu sehen sind. Was sie neben ihrer historischen Bedeutung gemein haben: Sie sind alle mit einer Leica-Kamera fotografiert worden.
In den Anfangszeiten der Fotografie waren Kameras noch unhandlich und klobig, zusätzlich verlangte das wenig empfindliche Filmmaterial oft minutenlange Belichtungszeiten, die spontane Aufnahmen erst recht unmöglich machten. All das änderte sich in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, mit besseren Objektiven, besserem Filmmaterial und einer Innovation Made in Germany.
Im hessischen Wetzlar, einer heute etwas mehr als 50.000 Einwohner zählende Stadt nördlich von Frankfurt am Main, entwickelte der Feinmechaniker Oskar Barnack die erste Leica, die als erste Kleinbildkamera in die Geschichte der Fotografie eingehen sollte – und sie binnen kürzester Zeit revolutionierte.
Handlich klein war die Leica, passte in eine kleine Tasche, ermöglichte das unkomplizierte Fotografieren an praktisch jedem Ort der Welt. Das Zeitalter der Dokumentarfotografie konnte beginnen, fortan gab es fast nichts mehr, das nicht auf Foto gebannt wurde, im guten und im schlechten.
Die Ur-Leica ist inzwischen Museumsstück, das im Firmeneigenen Museum ausgestellt wird und nur mit Samthandschuhen aus der Schatulle geholt wird. Natürlich auch für Reiner Holzemers Film, der mit Hochachtung in den heiligen Leica-Hallen filmt, die Wächter des Vermächtnisses zu Wort kommen lässt, die ihr Produkt und die Geschichte ihrer Firma in den höchsten Tönen preisen.
So sehr „Leica – Ein Jahrhundert in Bildern“ in diesen Momenten wie ein Werbefilm für eine Kamera wirkt, so beiläufig gehen die meisten für die Dokumentation interviewten Fotografen mit ihrem Arbeitsgerät um. Egal ob der über achtzigjährige Joel Meyerowitz auf den Straßen von New York den Alltag und die Menschen der Metropole in Schnappschüssen einfängt, der Starfotograf Greg Williams am Lido von Venedig Filmstars möglichst attraktiv aussehen lässt oder der Kriegsfotograf Dominik Nahr in den Verteidigungsstellungen im Osten der Ukraine den Krieg mit Russland auf Fotos bannt: Eine Leica ist stets ihr bevorzugtes Arbeitsgerät.
Sie und andere Fotografen berichten von ihrer Arbeit, beschreiben dabei allerdings meist eher grundsätzlich ihren Antrieb, als Fotografen zu arbeiten und weniger, warum es nun unbedingt eine Leica sein muss, mit der sie fotografieren.
Die besondere Qualität der Leica lässt sich vielleicht auch schwer in Worte fassen, im Laufe der Fotografiegeschichte wurde der Kamera ein Ruf zugeschrieben, entstand ein Mythos, der sich inzwischen fraglos auch selbst speist. Dazu trägt gewiss auch der enorme Preis einer Leica bei, der schon einmal den eines Kleinwagen erreichen kann. Ein Massenprodukt ist die Leica also gewiss nicht, zwar gehört die Firma Leica inzwischen längst auch einem amerikanischen Investor, hergestellt werden die Kameras immer noch weitestgehend in Handarbeit in Hessen.
„Leica – Ein Jahrhundert in Bildern“ würdigt eine der einflussreichsten Entwicklungen der Fotogeschichte zeigt vor allem aber vielseitige Fotografen bei der Arbeit.
Michael Meyns







