Pressure

„Pressure“ ist die Verfilmung eines Theaterstücks, das ein Stück Weltkriegshistorie nimmt, von der die wenigsten gehört haben werden. Jeder weiß vom D-Day, der Invasion der Alliierten in der Normandie, aber wie viele wissen denn, dass Meteorologen für den Erfolg der Operation ausschlaggebend waren? Genau darum geht es in diesem Film, denn weniger als 72 Stunden vor der Invasion muss ein Chefmeteorologe voraussehen, ob die Wetterkonditionen günstig sind. 

 

Über den Film

Originaltitel

Pressure

Deutscher Titel

Pressure

Produktionsland

GBR,FRA

Filmdauer

90 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Bevan, Tim / Fellner, Eric / Webb, Lucas

Regisseur

Maras, Anthony

Verleih

STUDIOCANAL GmbH

Starttermin

17.09.2026

 

Captain Stagg (Andrew Scott) ist der britische Chefmeteorologe und wurde General Eisenhower von Churchill selbst empfohlen. Er hat die Aufgabe, eine Wettervoraussage für den 5. Juni zu machen – und das knapp 72 Stunden zuvor, was, meteorologisch gesprochen, eine kleine Ewigkeit ist. Während sein amerikanischer Kollege überzeugt ist, dass die Wetterverhältnisse gut sein werden, ist Stagg anderer Meinung. Er sieht einen Sturm aufziehen, der die Invasion scheitern lassen wird. Aber kaum jemand will auf ihn hören, da Wunschdenken vorherrscht.

 

Das Beeindruckende an „Pressure“ ist, dass man als Zuschauer den Druck wirklich spürt, unter dem die Protagonisten stehen. Auf der einen Seite Eisenhower, der die größte Armada der Weltgeschichte losschicken muss und damit kolossal scheitern könnte, auf der anderen Seite Stagg, den jeder anzweifelt. Man spürt, wie die Verantwortung auf beiden lastet, das ist von Andrew Scott ebenso wie von Brendan Fraser als Eisenhower exzellent gespielt. Scott ist ein Meister des Understatements, aber dadurch wird das, was seine Figur sagt, umso prägnanter. Fraser spielt Eisenhower nicht minder eindringlich.

 

Mit Kerry Condon, Chris Messina und Damian Lewis ist der Film bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzt. Obwohl man wenig über diese Figuren erfährt, erwecken sie sie zum Leben. Ein Highlight: Condons gemeinsame Szenen mit Fraser.

 

Obwohl man das Datum des D-Days kennt und darum auch absehen kann, wie die Geschichte sich entwickelt, ist sie doch enorm spannend erzählt. Auch deshalb, weil dies eine Kriegsgeschichte ist, wie man sie normalerweise nicht zu sehen bekommt. Damit zeigt sich auch, dass es immer noch und wohl auch weiterhin historische Momente von immenser Bedeutung gibt, die filmisch bisher Brachland waren. „Pressure“ ist im Kern ein Kammerspiel, konzentriert auf wenige Räumlichkeiten und Figuren, und getragen von der Bürde der Verantwortung, die die Figuren allesamt haben. 

 

Immer dann, wenn die Frage hochkommt, ob es wirklich einen weiteren Film über den Zweiten Weltkrieg braucht, zeigt ein Werk wie „Pressure“, dass dem so ist. Selten war ein Wetterbericht derart spannend wie hier. 

 

Peter Osteried

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