Runner

Das Einzige, was bei einem Film wie „Runner“ höchstens neu ist, ist das Setting im australischen Brisbane. Ansonsten gestaltet sich der von Scott Waugh („The Expendables 4“) inszenierte Actionfilm mit ein paar humorigen Einlagen aber als richtig Old School. Wüsste man es nicht besser, man könnte meinen einen Film aus den Achtziger- oder Neunzigerjahren vor sich zu haben. 

 

Über den Film

Originaltitel

Runner

Deutscher Titel

Runner

Produktionsland

US, AU

Filmdauer

97 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Todd Garner, Alan Ritchson, Mark Fasano, Jeffrey Greenstein, Deb

Regisseur

Scott Waugh

Verleih

Splendid Film GmbH

Starttermin

17.09.2026

 

Hank ist ein Runner. Er transportiert, was auch immer es zu transportieren gibt. Der neueste Auftrag lautet, ein medizinisches Paket an den richtigen Mann zu bringen. Am Flughafen ist es aber nicht nur ein Paket, es ist ein Mann, der es liefert: Ben. Der hat eine Organspendekiste mit einer Leber bei sich, die in wenigen Stunden im Gold Coast Krankenhaus sein muss, weil das seltene Spenderorgan die letzte Überlebenschance eines siebenjährigen Mädchens ist. Aber schon bald werden Hank und Ben von Mitgliedern des Kartells verfolgt. Denn sie sollen sich die Leber um jeden Preis sichern.

 

Selbst die Laufzeit ist klassisch. Der Film ist in weniger als 100 Minuten erzählt. Das heißt: Es gibt wenig Fett. Ein klein bisschen Hintergrund ist für Hanks Figur gegeben – die typische Alkoholiker Karriere etwa, aber auch noch Tragischeres –, während der von Owen Wilson gespielte Ben keinerlei persönlichen Background besitzt. Bei ihm muss das auf möglichst nervig gedrillte Schauspiel von Owen Wilson sein, mit dem er sich aber nicht nur in das Herz seines Fahrers, sondern auch des Publikums kämpft. Weil Ben eben einer von den Guten ist. 

 

Nachdem die beiden sich begegnen, verliert der Film nicht mehr an Tempo. Ständig wird verfolgt, gekämpft, geschossen, noch mehr gekämpft. Und dazwischen: ein, zwei charakterbildende Momente. Gerade genug, damit man auch „Reacher“-Darsteller Alan Ritchson ins Herz schließen kann. „Runner“ funktioniert nach dem Prinzip der Buddy-Action-Komödie vergangener Jahrzehnte: Zwei ungleiche Typen müssen sich zusammenraufen und mögen sich am Ende richtig doll. Zumindest beim Ende erlaubt sich der Malen-nach-Zahlen-Film dann einen Hauch von Originalität.

 

Auf die muss man ansonsten praktisch verzichten, aber dafür gibt es Action wie aus der guten alten Zeit. Handgemacht, mit Männern, die noch draufhauen können, und mit Autos, die wuchtig durch Häuser fahren. Was den Film dann von früheren Genre-Vertretern abhebt, ist die Technik. Dann Drohnenkameras kann man bei einer Autoverfolgungsjagd nicht nur zwischen den Autos hindurchrasen, sondern auch direkt durch die offenen Fenster in den Innenraum und die Akteure zeigen. Das erzeugt eine deutlich stärkere Unmittelbarkeit, als das früher der Fall war.

 

Natürlich ist „Runner“ kein Film, der in irgendeiner Kategorie einen Blumentopf gewinnen würde, aber er ist gut gemachtes, mehr als solides Actionkino, das mit hoher Geschwindigkeit erzählt ist. Der Held ist heldenhaft, der Sidekick ehrenhaft und witzig (wenn auch nervig), die Bösen sind richtig böse (Pluspunkt für die fiese Mimik: „300“-Gottkönig Rodrigo Santoro) und einen Vogel gibt es auch noch. Den schleppt Alan Ritchsons Figur länger mit sich rum, als ihm lieb ist. Aber hey, er ist der Runner (zu Jason-Statham-Zeiten hieß das noch „Transporter“) und als solcher achtet er auf seine Fracht, egal, ob nun Menschen, Organe oder Vögel. Denn wie er so schön sagt: „Ich bin kein Kerl, mit dem man sich erfolgreich anlegt.“

 

Peter Osteried

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