Godzilla x Kong: The new Empire

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Wofür Toho in den 1950er und 1960er Jahren etwa zehn Filme brauchte, reicht es bei Warner Bros mit fünf Filmen. Der neueste Godzilla-Film erreicht ein Level an Infantilität, das nur deswegen ertragbar ist, weil „Godzilla x Kong: Das neue Imperium“ vor allem eines ist: unfreiwillig komisch.

Webseite: https://www.warnerbros.de/de-de/filme/godzilla-x-kong-new-empire

USA 2024
Regie: Adam Wingard
Buch: Terry Rossio, Simon Barrett, Jeremy Slater
Darsteller: Rebecca Hall, Brian Tyree Henry, Dan Stevens

Länge: 115 Minuten
Verleih: Warner Bros.
Kinostart: 4. April 2024

FILMKRITIK:

Kong lebt in der Hohlerde, fühlt sich aber einsam. Tatsächlich wäre es auch besser gewesen, das zu bleiben, denn als eine Barriere zum subterranen Reich aufgerissen wird, zeigt sich, dass dort andere Riesenaffen leben. Sie alle stehen unter der Knute des Scar King, der nur ein Ziel verfolgt: Die Oberflächenwelt zu erobern. Was er da will? Vollkommen egal. Kong alleine ist als Gegner aber nicht ausreichend, er braucht Hilfe. Die kommt in Form von Godzilla, seinem Gegner aus dem vorherigen Film „Godzilla vs. Kong“.

Die ersten drei, vier Minuten sehen noch ganz gut aus, dann kommt der Moment, in dem Kong einer Zahnoperation unterzogen wird, und man merkt: Dieser Film hat jedweden ernsthaften Anspruch hinter sich gelassen und damit innerhalb von fünf Produktionen geschafft, wofür Toho etwa doppelt so viele Filme benötigte: ein Abstieg in die Infantilität. Anders als bei den japanischen Produktionen kommt bei „Godzilla x Kong: Das neue Imperium“ aber auch noch eine gehörige Portion unfreiwilligen Humors dazu.

Da wird Godzilla als Retter der Menschheit bezeichnet, macht aber Hochhäuser und Brücken platt. Kong wird einer Zahn-OP unterzogen und später von anderen Affen wegen seines Titanzahns ausgelacht. Und Dan Stevens ist wahlweise Zahnarzt oder Veterinär oder was auch immer, eine Daseinsberechtigung in der Geschichte ist aber nicht vorhanden. Überhaupt: die Menschen. Eine Figur ist für zusätzliche Komik da, eine Andere hat nichts zu tun, außer Exposition am laufenden Band zu bieten. Die Gagen für Rebecca Hall und Co. muss man wohl als Schmerzensgeld begreifen.

Die musikalische Untermalung gibt dem Ganzen den Rest. Die Songs sind an sich nicht schlecht, im Kontext der hier eingesetzten Szenen reizen aber auch sie die Lachmuskeln. Kurz gesagt: Der Film ist schon unterhaltsam, wenn man ihn als unfreiwillig komisch á la „Batman and Robin“ oder „Van Helsing“ begreift. Aber angesichts der vorherigen Filme kann das nun wirklich nicht das Ziel gewesen sein.

Letztlich ist all das aber auch egal, der Film ist in den USA und anderen Ländern schon eine Woche vor Deutschland angelaufen und erweist sich an der Kinokasse als Erfolg. 135 Millionen hat das Ganze gekostet. Für das Geld könnte man etwa zehnmal „Godzilla Minus One“ drehen, der eindrucksvoll bewiesen hat, wie man mit einem Kaiju-Film auch packendes menschliches Drama bieten kann. Bei „Godzilla x Kong: The new Empire“ ist nichts packend. Faszinierend ist höchstens das Level an Absurdität.

 

Peter Osteried