Max und die Wilde 7 – Die Geisteroma

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Wer die „Wilde 7“ finden will, muss nur bis knapp unter fünf zählen können. Das Team der „Wilden 7“ hat nämlich nur vier Mitglieder: die drei sehr aufgeräumten Senioren, die an Tisch 7 der Seniorenresidenz „Burg Geroldseck“ speisen, plus Max, 10 Jahre alt, zukünftiger Fußballgott und Hobby-Detektiv.
Im ersten Teil der auf einer erfolgreichen Buchreihe basierenden Filmserie brachte das Quartett einen Dieb zur Strecke, jetzt geht’s im urkomischen Kinder-Klamauk, der auch einige Pointen für Erwachsene bereithält, einer Geisteroma an den Nachthemd-Kragen.

Webseite: https://www.weltkino.de/filme/max-und-die-wilde-7-die-geister-oma-2
Deutschland 2024
Regie: Winfried Oelsner
Drehbuch: Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner
Darsteller: Lucas Herzog, Klara Nölle, Giuseppe Bonvissuto, Uschi Glas, Thomas Thieme, Günter Maria Halmer, Nina Petri, Jimmy Hartwig
Kamera: Andreas Löv
Musik: Andreas Radzuweit
Länge: 90 Minuten
Verleih: Weltkino
Start: 01.05.2024

FILMKRITIK:

Die „Wilde 7“ – bestehend aus dem Filmstar Vera, dem Ex-Bundesliga-Trainer Horst, dem Wissenschaftler Kilian und ihrem 10-jährigen Tischnachbarn Max, dessen Mutter in der Seniorenresidenz Burg Geroldseck arbeitet, haben einen neuen Fall zu lösen: Auf Burg Gerolfseck spukt’s, eine „Geisteroma“ treibt ihr Unwesen. Und das Schreckgespenst hat es ausgerechnet auf Vera abgesehen, die bereits darüber nachdenkt, in eine neu eröffnete Seniorenresidenz ohne Gespenst-Anbindung zu ziehen. Das würde das Ende der „Wilden 7“ bedeuten … Allerdings steht auch Max vor schwierigen Problemen: Mal abgesehen davon, dass er sich sowieso viel zu wenig traut, schafft er es nicht, in die Fußball-Schulmannschaft aufgenommen zu werden, weil sein Erzrivale Ole gegen ihn mobbt. Und dann kommt auch noch Ex-Trainer Horst auf die Idee, mit Maxens hyper-ehrgeizigen Sportlehrer Ströhle ein Vergleichsmatch der Senioren Geroldseck gegen die Schulmannschaft zu verabreden. Mit der Folge, dass Max sich am liebsten irgendwo verkriechen möchte.
Wie schon im ersten Abenteuer der „Wilden 7“ aus dem Jahr 2020 setzt der Autor und Regisseur Wilfried Oesner auch in seiner neuen Familienkomödie auf originelle bis schräge Typen, pausenlose Action und hammerharten Slapstick-Humor. Das Erfolgsrezept geht ein weiteres Mal auf. Auch wenn die Handlung purer realitätsferner Eskapismus ist, werden nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Zuschauer bestens unterhalten. Denn die Drehbuchautoren, die auch die Kinderbücher geschrieben haben, auf der die Filmreihe basiert, haben einige explizit auf die „Begleit-Erwachsenen“ zielende Pointen eingebaut, und die Caster haben mit HSV-Legende Jimmy Hartwig einen echten Publikumsliebling der älteren Zielgruppe in der Seniorenmannschaft von Geroldseck aufgestellt. Zudem ist die generationenübergreifende Wirkung des Films nicht nur witzig, sondern auch durchaus spannend anzusehen: Diese unangepassten Senioren haben so einiges in der Hinterhand, was sie dem eigentlich ziemlich braven Max beibringen können.
Neben den sehr natürlich und aufgeweckt spielenden jungen Darstellern Lucas Herzog und Klara Nölle präsentieren sich Uschi Glas, Thomas Thieme und Günter Maria Halmer als schrullige Senioren-Detektive in bester Spiellaune. Uschi Glas gebührt hier ein Extra-Lob für unerwartete Selbstironie. Wie sie als ehemaliger Filmstar, ohne mit der Wimper zu zucken, ausgerechnet das eher merkwürdige „Halbblut Apanatschi“ als ihre größte darstellerische Leistung bezeichnet, dürfte einigen Erwachsenen, die diesen Winnetou-Film gesehen haben, die Lachtränen in die Augen treiben.
Manche der zahlreich auf Max einprasselnden Probleme werden hier in einem zwar publikumswirksamen, aber doch nur scheinbar kindgerechten Hau-Ruck-Verfahren gelöst, doch das tut der guten Laune, die der Film verbreitet, keinen Abbruch. Die große Spielfreude aller Beteiligten – in den Schlosskorridoren und „auf’m Platz“ – macht alles wieder wett und sorgt für 90 Minuten unbeschwerten Kino-Spaß.

Gaby Sikorski