V8 – Die Rache der Nitros

Zwei Jahre nach „V8-Du willst der Beste sein“ kommt nun mit „V8-Die Rache der Nitros“ die Fortsetzung ins Kino, bei der die jungen Rennfahrer immer noch um den Einzug in die sagenumwobene Burg kämpfen. Nahtlos knüpft die Fortsetzung an das Original an, einzig die langsam wachsenden Jungschauspieler deuten eine Entwicklung an, ansonsten ist in Joachim Masanneks Film alles beim Alten, nur eine Nummer aufwändiger.

Webseite: www.v8-film.de

Deutschland 2015
Regie, Buch: Joachim Masannek
Darsteller: Georg A. Sulzer, Maya Lauterbach, Samuel Jakob, Klara Merkel, Emilio Moutaoukkil, Heiner Lauterbach, Adam Bousdoukos, Michelle Monballijn, Christoph Maria Herbst, Jürgen Tonkel, Michael Gampe
Länge: 96 Minuten
Verleih: Universal
Kinostart: 29. Oktober 2015
 

FILMKRITIK:

Am Ende von „V8-Du willst der Beste sein“ hatten die jungen Rennfahrer David (Georg A. Sulzer) und Robin (Samuel Jakob) ihr erstes großes Rennen gewonnen und damit den ersten Schritt auf dem Weg zur Burg gemacht, einem sagenumwobenen und nie gezeigten Ort, der aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen das Ziel jedes Nachwuchsfahrers ist. Verfolgt von Robins Vater Rasmus (Heiner Lauterbach), der unbedingt verhindern will, dass sein Sohn mit dem V8-Team Rennen fährt, haben sich die Kinder aus dem Staub gemacht und leben wie moderne Aussteiger in der Natur.

Kiki (Klara Merkel) baut immer noch an Autos rum und Luca (Maya Lauterbach) fungiert als eine Art Maskottchen des Teams. Probleme entstehen erst, als Robin von Mitgliedern der Nitros entführt wird, die in ihren bunten Kostümen mit riesigen, leuchtenden Perücken aussehen, als wären sie dem Starlight Express entsprungen. Wie er bald erfährt, sind die Mädchen des Teams seine Schwestern, die mit Hilfe von Robins lange verschollener Mutter eine Art Familienzusammenführung durchführen wollen. Was Robin vor die schwierige Frage stellt, ob er im Team seiner Freunde oder in dem seiner Familie fahren soll.

Als wäre dies nicht genug Aufregung kommt auch der von Rasmus engagierte Kommissar Habicht (Christoph Maria Herbst) auf die Spur der Kinder und will sie während des finalen Rennens allesamt verhaften. Unter den Augen des Pans (Michael Gampe), dem Herrn der Burg, fahren die Teams um die Wette – und lernen dabei wertvolle Lektionen fürs Leben.

Reichlich bizarr mutet diese Geschichte an, die verwickelten Verwandschaftsstrukturen wirken für einen für Jugendliche intendierten Film fast konfus an, doch vermutlich spielt dies für die Zielgruppe keine Rolle. Denn im Kern geht es bei „V8 – Die Rache der Nitros“ natürlich vor allem um die rasant gefilmten Autorennen und die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Clique. Ist das V8 Team eher ein Paradebeispiel für Aussteiger, für ein von Regeln und Konventionen befreites Leben auf dem Land, sind die Nitros extrovertierte, bunt gekleidete Teenie-Mädchen, die jeden Satz mit einer Emphase vortragen, als würde das Schicksal der Welt auf dem Spiel stehen.

Eine merkwürdige Diskrepanz gibt es oft zwischen diesen beiden Gruppen, die eine wirkt kindlich naiv, die andere fast erwachsen und übersexualisiert. Weniger als im ersten Teil kommt so das Zwischenmenschliche zum Tragen, die Beziehungen zwischen Kindern und Eltern, der Wunsch nach Abnablung von Seiten der Kinder, der mit dem Beschützerinstinkt der Eltern kollidiert. Rasanter, aber auch stromlinienförmiger ist die Fortsetzung geraten, die die Helden der Burg ein wenig näher bringt und sie bei aller Lust am Rennfahren doch auch viel über das Leben lernen lässt.
 
Michael Meyns