Herr Lehmanns Weltreise

Ein junges Paar aus Dresden erfüllt sich seinen größten Traum: eine zweijährige Reise durch Amerika und Asien. Der Filmemacher Martin Zech und seine Frau Katherine können sich dabei voll und ganz auf den Dritten im Bunde verlassen: ihren treuen Gefährten Herrn Lehmann, einen umgebauten Transporter. Was die Drei erlebt haben, ihre Erlebnisse und Abenteuer rund um die Welt, hat Martin Zech mit wenig Geld und viel Begeisterung zu einem liebenswürdigen kleinen Dokumentarfilm verarbeitet, der mit familiärem Charme und in teils atemberaubend schönen Bildern vom Fernweh erzählt.

Webseite: www.derfilm.HerrLehmanns-Weltreise.de

Deutschland 2014 – Dokumentation
Ein Film von Martin Zech
Länge: 91 Minuten
Verleih/Vertrieb über mail@herrlehmanns-weltreise.de
 

FILMKRITIK:

Am Anfang steht ein großer Wunsch: Martin und Kati wollen um die Welt reisen – und wann, wenn nicht jetzt? Ihre Tour beginnt in Halifax/Kanada und wird sie von dort bis nach Feuerland führen, von Südamerika nach Asien und über China und die Mongolei zurück nach Dresden. Zwei Jahre voller neuer Erfahrungen mit Menschen, Kultur und Natur, aber auch zwei Jahre eines intensiven Zusammenlebens. Die Kamera ist (fast) immer dabei.
 
Das sympathische junge Paar Kati und Martin erweist sich als vielseitig talentiert: Sie sind Reiseleiter auf ihrer eigenen Tour mit zahllosen weiteren Aufgaben, die sie nur selten mal zur Ruhe kommen lassen. Martin ist ein ebenso begabter Autobastler wie Kameramann, und Kati kümmert sich um die Planung und Organisation ebenso wie um die notwendigen Einkäufe. Ihre Begeisterung für all das Neue um sie herum wirkt ansteckend, so dass man hier und da beinahe vergisst, dass der Film im Grunde kein eindeutig zu definierendes Thema hat. Er zeigt von allem etwas und bietet so einen freundlichen Gesamteindruck, gelegentlich angenehm gewürzt mit umwelt- oder sozialkritischen Anmerkungen.

Martin Zech, Filmemacher aus Dresden, macht in seinem ersten abendfüllenden Film mit Begeisterung und Engagement wett, was hier und da an Know-how, professioneller Ausstattung oder Geld gefehlt hat. Er spricht auch den Kommentar selbst, was zwar authentisch wirkt, jedoch auf Dauer etwas ermüdet. Etwas mehr Regie wäre hier hilfreich gewesen. Der Anspruch, alles allein zu schaffen, ist zwar ehrenwert, hat aber eben manchmal auch Grenzen.

Was das kleine Road Movie dann doch deutlich über halbprofessionelle Reisevideos erhebt, ist seine optisch ästhetische Qualität und vor allem das liebenswerte, händchenhaltende Pärchen Kati und Martin. Mutig und unbekümmert bewältigen sie gemeinsam alle Abenteuer und erweisen sich bis zum Ende als ausgesprochen gutes Team. Sehr gelungen sind die Schilderungen ihres Reisealltags, beinahe rührend ist ihre nimmermüde Begeisterung für die Schönheit der Natur, vor allem dort, wo der Mensch sie zu zerstören droht. Insgesamt ist der Film aber eher optimistisch und macht Lust, selbst auf Entdeckungsreisen zu gehen, um – mit Katis Worten – den schönsten Abenteuerspielplatz der Welt für große Jungs zu finden.
 
Gaby Sikorski

Anmerkung der Redaktion:
Der Film ist auch als DVD/BluRay und per Stream erhältlich und insofern im Kino nur als Sondervorstellung einsetzbar, einen Kinostart gibt es nicht.